Der Bezirk Landeck wird Ende März wohl ohne einen Augenarzt mit Kassenvertrag dastehen. Lösung ist bislang keine in Sicht. Ein Antrag im Tiroler Landtag sorgt nun für Verwunderung bei der Ärztekammer für Tirol.
Die augenärztliche Versorgung im Bezirk Landeck ist aktuell kritisch: Die Augenarztpraxis in Landeck schließt erneut, der Kassenvertrag wird Ende März dieses Jahres zurückgelegt, ein Nachfolger ist im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht in Sicht. Ein diesbezüglicher Antrag im Tiroler Landtag sorgt nun für Verwunderung – und zwar bei der Ärztekammer für Tirol. Doch fangen wir von vorne an.
Am 28. Jänner 2026 brachten die Neos einen Dringlichkeitsantrag im Landtag ein. Darin heißt es: „Die Tiroler Landesregierung, insbesondere Gesundheits-LR Cornelia Hagele (ÖVP), wird aufgefordert, sich unverzüglich mit allen verantwortlichen Stellen in Verbindung zu setzen, damit die Kassen-Augenarztstelle in Landeck nachbesetzt wird, um somit einen Versorgungsengpass für Kassenpatienten im Oberland zu vermeiden.“
Antrag wurde abgeändert
Am 4. Februar wurde dieser Antrag von ÖVP und SPÖ wie folgt abgeändert: „Der Tiroler Landtag fordert – im Wege der Landesregierung – die ÖGK und die Ärztekammer auf, dass die Kassen-Augenarztstelle in Landeck umgehend nachbesetzt wird, um einen Versorgungsengpass für Kassenpatienten im Oberland zu vermeiden.“ Einen Tag später folgte im Landtag mit der verfassungsmäßigen Mehrheit die Entschließung.
Sollte uns mit diesem Antrag unterstellt werden, dass wir nicht ausreichend aktiv sind, um die Kassenstelle in Landeck nachzubesetzen, weisen wir dies zurück!

Günter Atzl, Kammeramtsdirektor
Bild: Wolfgang Lackner
Nun, am vergangenen Dienstag, landeten Antrag und Entschließung schließlich im Postfach der Ärztekammer für Tirol. Für Kammeramtsdirektor Günter Atzl sind die Schriftstücke „kurios“. Gegenüber der „Tiroler Krone“ sagt er merklich verwundert: „Sollte uns mit diesem Antrag unterstellt werden, dass wir nicht ausreichend aktiv sind, um die Kassenstelle in Landeck nachzubesetzen, weisen wir dies entschieden zurück!“
Kassenstelle in Landeck umgehend ausgeschrieben
Es verstehe sich von selbst, dass die Ärztekammer für Tirol stets bemüht sei, interessierte Ärztinnen und Ärzte „proaktiv“ über die Möglichkeiten der Niederlassung, insbesondere im kassenärztlichen Bereich, zu informieren. Neben zahlreichen Beratungsgesprächen finden „regelmäßig“ Seminare und Vorträge durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Funktionärinnen und Funktionäre statt, um auf die Möglichkeiten kassenvertragsärztlicher Tätigkeiten hinzuweisen.
„Zudem dürfen wir mitteilen, dass die genannte Kassenstelle in Landeck selbstverständlich umgehend nach Bekanntwerden der Kündigung in Abstimmung mit der ÖGK ausgeschrieben wurde“, betont Atzl.
„Versorgung ist ein großes Anliegen“
Die Bewerbungsfrist der aktuell noch laufenden Ausschreibung erstrecke sich bis 12. März 2026. Eine niederschwellige und wohnortnahe Versorgung der Tiroler Bevölkerung „ist und war uns stets ein großes Anliegen“.
„Sie sollen sich um Lösung bemühen“
Und Atzl wird noch deutlicher: „Da die antragstellenden Parteien zum größten Teil die jeweiligen Vertreterinnen und Vertreter in die Gremien der ÖGK entsenden, ersuchen wir diese, sich für eine Attraktivierung der Kassenverträge sowie auch auf Bundesebene für eine ausreichende Finanzierung des Kassensystems einzusetzen und damit das langjährige Bestreben der Ärztekammer für Tirol im Sinne der Tiroler Bevölkerung zu unterstützen.“
Probleme brauchen politisches Engagement
Die Probleme „lösen sich nicht mit Anträgen“, sondern mit „aktivem politischem Engagement“, ist der Kammeramtsdirektor überzeugt, „sollten die Abgeordneten hierzu noch weitere Informationen benötigen, stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung“.
Dieser Fall zeigt wohl auch auf, wie in der Politik so manches Problem, sprich „heiße Kartoffel“, hin- und hergeschoben wird...
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