Bergdramen, Unfälle. Der Lawinenwinter 2026 zeigte wieder eindrucksvoll: Auf Österreichs Bergretter ist Verlass! Auf all jene Bergmenschen, die handeln, wenn es darauf ankommt und die wissen, was sie tun.
Österreichs Bergrettung steht nicht für Heldentum sondern ist vielmehr ein Versprechen an alle, die draußen in unseren Bergen unterwegs sind.
Exemplarisch für alle Bergrettungsteams Österreichs, traf die „Bergkrone“ Mitglieder der Ortsstelle Krimml (Sbg), die heuer ihr 125-Jahr-Jubiläum feiern.
„Niemand von uns will im Einsatz sein Leben riskieren“, sagen die Krimmler uniso. Und doch gehen sie los. Der Grund dafür ist einfach: Weil man helfen kann!
Bergretter sind alles andere als Draufgänger, sondern Bergmenschen, die aufgrund ihrer Ausbildung genau wissen was zu tun ist. Michael Bonimair ist im Anwärterjahr: „Ich bin gerne in den Bergen und ich will die Fähigkeiten erwerben, um anderen in Bergnot zu helfen.“
Der junge Bergführer Kevin Prossegger ist für die Ausbildung zuständig. „Das Zusammenspiel der Generationen ist einer der größten Werte der Bergrettung.“ Obwohl er selbst weltweit Expeditionen leitete und dem mit Kameraden in Patagonien eine spektakuläre Rettung eines verunfallten Bergsteigers gelang, profitiert noch heute vom Austausch mit erfahrenen Kameraden.
Der Zusammenhalt in der Ortsstelle und über Ländergrenzen ist uns wichtig. Ein Kamerad, ein Pilot, hat sogar einen Heli-Landeplatz aus eigenem Antrieb gebaut.

Mathias Hölzl, Ortsstellenleiter
Bild: Hannes Wallner
Denn in Krimml sitzen nach Übungen Bergrettungs-Anwärter mit Bergrettungs-Legenden an einem Tisch. Ein Bier. Ein Einsatz. Eine Geschichte. Bergführer Hansjörg Bachmair erzählt, wie er einst mit dem Paragleiter vom Nordsattel des Mount Everest ins Basislager geflogen ist. Sein Bruder Josef Bachmair, auch Bergführer und Höhenbergsteiger berichtet von einer Hilfsaktion auf dem 8126 Meter hohen Nanga Parbat, zu einer Zeit, als es noch hieß, dass es über achttausend Metern keine Rettung gibt.
„Hilfe ist immer möglich, wenn Gemeinschaft, Können und Willen zusammenkommen“, so der 59-Jährige. Genau das macht für Josef den Kern der Bergrettung aus: helfen, solange es realistisch machbar ist.
Georg Eberhard ist mit 79 Jahren einer der ältesten Bergretter Krimmls und seit 57 Jahren Mitglied der alpinen Einsatzorganisation – er war jahrzehntelang Ausbildner und Flugretter. „Meine Motivation zur Bergrettung zu gehen war, dass ich als junger Kletterer anderen helfen wollten – Freunden ebenso wie Fremden.“
Und die jungen Kameraden hören zu und lernen.
In der Bergrettung zählt kein Titel. Kein Kontostand. Kein politischer Hintergrund. Hier sitzt der Bäcker neben dem Arzt. Der Landwirt neben dem Piloten. Ortsstellenleiter Mathias Hölzl ist stolz auf diese Mischung. Auf die Vorgänger, die nicht dreinreden, sondern unterstützen und auf die Jungen, die Verantwortung übernehmen.
Die psychologische Kraft der Gemeinschaft
Was man von außen oft übersieht: Die Bergrettung ist auch ein psychologischer Schutzraum. Einsätze gehen nicht spurlos vorbei. Schwerverletzte. Tote. Angehörige. Entscheidungen, die man in Sekunden treffen muss – und ein Leben lang mitträgt. Hier zeigt sich die wahre Stärke: Man redet darüber.
Mathias: „Niemand muss den Helden spielen und niemand wird belächelt, wenn einem ein Einsatz nahegeht.“ Gerade die Alt-Kameraden wissen, wie man Belastungen umgeht und geben dieses Wissen weiter.
Denn die Berge werden voller. Die Einsätze mehr. Das Risiko komplexer.
Die Krimmler, wie auch alle anderen Bergretter Österreichs zeigen, dass sie keinen Applaus wollen. Keine großen Schlagzeilen, sondern nur eines: dass alle wieder heil vom Berg ins Tal kommen.
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