Zahlen steigen an

Rekord bei Lehrstellensuche in Oberösterreich

Oberösterreich
02.03.2026 14:00

Fachpersonal ist stets gefragt, aber bei der Lehrlingsausbildung schrauben sich viele Firmen. Leider ist Oberösterreich bundesweit Spitzenreiter: Die Zahl jener Jugendlichen, die Betriebe für Berufsausbildung suchen, ist um 19,2 Prozent gestiegen. Die Arbeiterkammer schlägt Alarm.

Diese Jugendlichen sind nicht faul, sondern verzweifelt: In Oberösterreich waren im Jänner 1043 lehrstellensuchende Jugendliche als „sofort verfügbar“ vorgemerkt. Das sind 19,2 Prozent mehr als im Jänner des Vorjahres und überhaupt der höchste Jännerwert seit dem Jahr 2000, so die Arbeiterkammer.

Und es kommt noch ärger: Kein anderes Bundesland weist einen derart hohen Anstieg an lehrstellensuchenden Jugendlichen auf. Die Situation spitzt sich zu, weil die Zahl der offenen Lehrstellen in Oberösterreich um 22,9 Prozent auf 1230 zurückgegangen ist.

„Braucht passende Maßnahmen“
Bundesweit ist der Rückgang nur noch in Salzburg stärker ausgefallen (minus 29,2 Prozent). „Die politischen Verantwortlichen auf Landesebene sind nun gefordert, passende arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu ergreifen und so jungen Menschen eine Perspektive zu geben“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

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Jetzt muss rasch gehandelt werden, um diese Entwicklung zu stoppen. Betriebe müssen auch jenen Jugendlichen, die nicht so gute Noten haben, eine Chance geben.

AK-Präsident Andreas Stangl

Er erwartet von jenen Betrieben, die sich immer mehr „aus ihrer Verantwortung stehlen“ und die Lehrlingsausbildung einstellen, mehr Engagement. Sie sollen mehr junge Menschen zu Fachkräften ausbilden und auch Jugendlichen mit nicht so guten Schulnoten eine Zukunftschance geben. Betriebe, die stets einen hohen Fachkräftebedarf beklagen, sind daher gefordert, in die Ausbildung junger Menschen zu investieren.

Ein Ausbildungsfonds soll Lehrbetriebe unterstützen
Allerdings belässt es Stangl nicht dabei, den Unternehmern die Leviten zu lesen. Er fordert einen Ausbildungsfonds. Sein Vorschlag: Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, zahlen ein. Jene Firmen, die hochwertig ausbilden, sollen daraus Förderungen erhalten. Generell brauche es einheitliche Qualitätsstandards für Lehrstellenförderungen, damit sich die Ausbildungsqualität verbessert, so Stangl. Im Vorjahr wurden in Oberösterreich insgesamt 21.390 Lehrlinge ausgebildet.

„Krone“-Kommentar
Die Lernkurve ist sehr flach

Vor einem Vierteljahrhundert war’s schon einmal genauso wie heute: Viele Jugendliche suchten vergebens nach einer Lehrstelle. Wenige Jahre später setzte dann das Jammern ein, dass es viel zu wenig Fachpersonal gibt. Wahrscheinlich gar nicht selten von jenen Unternehmern, die keine Lehrlinge ausbildeten.

(Bild: Krone KREATIV/Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Sobald die Konjunktur wieder anspringt, wird es erneut so sein. Die Lernkurve so mancher Chefs scheint äußerst flach zu sein. Und wer argumentiert, dass ohnehin nur noch die „Dummen“ eine Lehre absolvieren, weil die klugen Schüler eh alle „studieren gehen“, sollte sich fragen, warum das so ist.

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