Kaffee mit Polizisten? Das ist nicht jedermanns Sache. Autor Robert Schneider jedenfalls überlegt es sich zweimal, ob er mit der Exekutive tatsächlich auf Tuchfühlung gehen will...
Einkaufen wird demnächst nachrichtendienstlich über-wacht werden. Wie die „Krone“ am 12. Februar berichtete, soll der ehemalige Kapo der „Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst“ (DSN) Omar Haijawi-Prichner den größten Nahversorger Österreichs „Spar“ für „moderne Bedrohungen“ wappnen. Die „Sicherheitsstandards in den Märkten (...)“ sollen erhöht werden, außerdem wird man nun öfters die österreichische Polizei in besagter Kette antreffen, denn sie kooperiert mit dem Unternehmen unter dem Stichwort „Gemeinsam sicher“ in einem „bürgernahe(n) Format“, das sich „Coffee with Cops“ nennt.
Ob ich Lust oder Zeit habe, während meiner Einkäufe mit einem „Cop“ Kaffee zu trinken, steht auf einem anderen Blatt, aber die Pressemeldung hat einige Irritation hervorgerufen. Dabei, liebe Leute, war das doch alles nicht so gemeint!
Die „Cops“, die in Zukunft am Kaffeeautomaten chillen, schauen in Wirklichkeit „Spar“ auf die Finger, nicht dem Konsumenten. Die kümmern sich jetzt hingebungsvoll um das, was wirklich auf den Packungen steht, um die sogenannte Shrinkflation, um sonstige hinterlistige Verkaufstricks. Die beißen für Sie in saure, wurmstichige Äpfel, in matschige Bananen oder Tomaten, sortieren labbriges Gemüse aus oder schlappe Salatblätter, um eben den Kunden vor den tatsächlichen „modernen Bedrohungen“ in so einer Lebensmittelkette zu schützen.
Oder habe ich das völlig falsch verstanden? Denn beim Einkaufen war ich mir noch nie einer Bedrohung bewusst. (Die Preispolitik des Unternehmens ausgenommen.) Ich nutze die Tätigkeit gern, um ins Gespräch zu kommen, mit Bekannten ein Schwätzchen zu halten. Aber trotzdem gut, wenn Herr Haijawi-Pirchner „Spar“ in die Mangel nimmt. Vielleicht lerne ich ihn ja einmal persönlich bei einem „Coffee with Cops“ kennen.
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