Das Kojenmoos bei Riefensberg ist eines der größten Hochmoore des Landes. Durch das Schutzgebiet verläuft zudem die Grenze zu Bayern. Präparierte Winterwanderwege führen durch diese besondere Landschaft.
Für den heutigen Tourentipp geht es nach Riefensberg im Bregenzerwald. In der Gemeinde befinden sich das Skigebiet Hochhäderich sowie das Naturschutzgebiet Kojen-Moos, das zu den besonders wertvollen Landschaftsräumen der Region zählt. Die Gegend rund um das heutige Riefensberg wurde bereits um das Jahr 1000 besiedelt. Damals gehörten die Ländereien den Grafen von Montfort, die in ihrem Jagdgebiet zum Schutz einen Steinturm errichten ließen. In dessen Umgebung ließen sich Bauern aus dem Mittelbregenzerwald nieder und begannen, das Land zu roden. Um 1100 schenkten die Grafen von Montfort den westlichen Teil des Gebiets dem Kloster Mehrerau. Die Mönche rodeten weitere Flächen und legten einen großen Gutshof an, um den sich erneut Bauern ansiedelten. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1249 – damals noch unter dem Namen „Rivinsperc“.
Typ: gemütliche(Winter-) Rundwanderung
Ausgangspunkt: Talstation Hochhäderich, Riefensberg
Dauer: rund zweieinhalb Stunden
Ausrüstung: Winterwanderschuhe mit Spikes oder Schneeschuhe, dem Wetter angepasste Kleidung im Schichtprinzip, Tagesrucksack mit Getränk/Snack, die Strecke kann auch mit Langlaufski (+ entsprechende Ausrüstung) begangen werden
Einkehrmöglichkeiten: Almhotel Hochhäderich (direkt bei der Talstation auf Vorarlberger Seite), Alpengasthof Hörmoos (auf Allgäuer Seite)
Anmerkung: der Parkplatz bei der Talstation Hochhäderich ist für Winterwanderer gebührenpflichtig (nur Bargeld)
Von 1805 bis 1814 gehörte Riefensberg zu Bayern, danach wieder zu Österreich. Heute ist die Gemeinde Mitglied des grenzübergreifenden Gemeinschaftsprojekts „Naturpark Nagelfluhkette“. Durch das Schutzgebiet Kojenmoos verläuft außerdem die österreichisch-deutsche Staatsgrenze zum bayerischen Landkreis Oberallgäu. Das Kojenmoos ist ein ausgedehnter Moorkomplex mit zwei relativ unberührten Latschenhochmooren. Kleine, mäandrierende Bäche entwässern die abwechslungsreiche Naturlandschaft und prägen ihren besonderen Charakter. Früher wurde am Westende noch Torf abgebaut, heute wird das Gebiet jedoch nur noch extensiv genutzt – mit Rücksicht auf seltene und teils bedrohte Pflanzenarten. Typisch für das Kojenmoos sind die nährstoffarmen Böden, mächtige Torfschichten und eine hoch spezialisierte Vegetation, die perfekt an die extremen Standortbedingungen angepasst ist.
Auch viele seltene Tierarten zählen zu den Moor-Bewohnern. Besonders erwähnenswert ist, dass der Wiesenpieper, eine in Vorarlberg als ausgestorben geltende Vogelart, hier 2013 wiederentdeckt wurde. Zur Winterzeit liegt das Moor unter einer weißen Schneedecke verborgen, nur Latschen und vereinzelte Nagelfluhbrocken durchbrechen das Weiß. Doch selbst an trüben Tagen wohnt dem Kojenmoos eine natürliche Magie inne: eine gedämpfte Stille, die die Landschaft geheimnisvoll und zeitlos wirken lässt. Um das zu erfahren, startet man vom Parkplatz des Skigebiets Hochhäderich. Von dort führen präparierte Winterwanderwege und Langlaufloipen durch die Landschaft.
Nagelfluhgestein ist ein sogenanntes Konglomeratgestein, das aus vielen rundlichen Kieseln und Geröllstücken besteht, die durch ein natürliches Bindemittel (meist Kalk oder Sand) fest miteinander „verbacken“ wurden. Seinen Namen hat es daher, dass die eingeschlossenen Steine oft wie eingeschlagene Nägel aussehen. Nagelfluh entsteht typischerweise in Gebieten mit starken Strömungen, zum Beispiel in Flussläufen, Schwemmfächern oder Gletscher-Vorlandgebieten, wo viel Material abgelagert wird. Die Nagelfluhkette, ein markanter Bergkamm aus diesem Gestein, erstreckt sich vom bayerischen Allgäu bis in den Bregenzerwald und das Vorarlberger Alpenvorland. Interessant ist, dass man an den enthaltenen Geröllen oft erkennen kann, aus welchen Regionen das Material ursprünglich stammt – Nagelfluh ist also wie ein geologisches Geschichtsbuch. Außerdem ist das Gestein unterschiedlich widerstandsfähig: Manche Nagelfluhwände sind sehr stabil, andere verwittern leicht, wodurch markante Landschaftsformen wie steile Felsen, Schutthalden oder zerklüftete Hänge entstehen.
Ein grenzüberschreitender Rundweg verbindet den Bregenzerwald mit dem Oberallgäu beziehungsweise Vorarlberg mit Bayern. Man folgt der blauen Beschilderung bis zum Plateau der Hörmoos-Alpe (1270 m). Der Alpgasthof „Hörmoos“ auf der Allgäuer Seite des Naturschutzgebiets hat auch während der Wintersaison geöffnet und bietet sich für eine gemütliche Einkehr an. Von dort geht man schließlich ein Stück weit abwärts zur Hochwiesalpe, danach weiter zur Glutgschwandenalpe und zuletzt über die Moosalpe zurück zum Ausgangspunkt. Während der gesamten Tour sind keine großen Aufstiege zu bewältigen, weshalb sich die Strecke auch für Familien eignet.
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