Prominente wie Reinhold Bilgeri, Chris Lohner, Franzobel oder Erwin Steinhauer appellieren an den SPÖ-Bürgermeister von Laakirchen, das lokale KZ-Mahnmal nicht vom Stadtplatz zu entfernen und am Friedhof zu verstecken. Schauspieler Cornelius Obonya appelliert sogar in einem offenen Brief an ihn, den Gedenkstein sichtbar und erkennbar dort zu belassen, wo er bisher stand.
„Es wäre ein fatales Zeichen, wenn die Opfer des Nationalsozialismus ein zweites Mal auf einem Friedhof ,verscharrt‘ würden“, mahnt Cornelius Obonya in seinem offenen Brief, den er als Präsident der „Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich“ verfasst hat.
Wie berichtet, hatte es vergangene Woche seitens des Mauthausen Komitees (MKÖ) und des Netzwerks gegen Rechtsextremismus heftige Kritik am Bürgermeister der Stadt Laakirchen gegeben, weil dieser – offenbar entgegen anderslautender Zusagen – das KZ-Mahnmal, das an neun lokale Nazi-Opfer erinnert, aus dem Stadtzentrum entfernen und auf dem Friedhof platzieren möchte.
„Keine Verschubmasse“
Bekannte Kulturschaffende wie Elfriede Jelinek, Monika Helfer, Robert Schindel oder Doron Rabinovici appellieren nun ebenfalls mit einer klaren Botschaft an den Stadtchef, seine Zusage einzuhalten: „Ihre neun ermordeten Mitbürger haben Anspruch darauf, dass das ihnen gewidmete Mahnmal nicht als Verschubmasse behandelt wird, sondern im Zentrum verbleibt.“
Für morgen, Donnerstagabend, hat Bürgermeister Fritz Feichtinger die Opferverbände – KZ-Verband und Sozialdemokratische Freiheitskämpfer – zu einem Gespräch eingeladen.
Wochenlang auf Tauchstation
„Wir begrüßen, dass der Stadtchef jetzt mit den Opferverbänden redet, nachdem sie wochenlang nicht einmal zurückgerufen hat“, sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees.
Auch Robert Eiter, Sprecher des Antifa-Netzwerks, spricht sich klar für diese Richtung aus: „Unsere Forderung ist ganz klar: Bürgermeister Feichtinger soll tun, was er den Opferverbänden ausdrücklich versprochen hat. Wenn er jetzt versucht, seine damalige Zusage als unverbindliche Absichtserklärung darzustellen, glaubt das niemand.“
Am 24. Februar findet um 18 Uhr beim KZ-Denkmal eine Kundgebung statt.
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