Am Donnerstag wurde das Budget des Landes Steiermark für 2026 präsentiert. Und auch bei der Kultur wird der Rotstift angesetzt: Insgesamt sollen 4,2 Millionen Euro gespart werden. Der Großteil des Minus trifft das Universalmuseum Joanneum, das 3,2 Millionen Euro weniger bekommt. Resultat: Die Steiermark Schau 2027 wird nicht stattfinden.
Rund 4,2 Millionen Euro will das Land Steiermark künftig im Kulturbereich einsparen: Das Budget wird von rund 82 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 78 Millionen Euro im Jahr 2026 gekürzt, so verkündete es Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) am Donnerstag bei der Präsentation des neuen Budgets des Landes Steiermark.
Universalmuseum Joanneum trifft es am härtesten
Deutlich am härtesten trifft es das Universalmuseum Joanneum. Dort sollen insgesamt 3,2 Millionen Euro eingespart werden, das sind ein Zehntel des Jahresbudgets, das 2026 auf 31,7 Millionen Euro gekürzt wird. Das hat weitreichende Auswirkungen, wie das UMJ in einer ersten Reaktion informiert: „Aufgrund der angekündigten Subventionskürzung sowie weiterer Kostensteigerungen ist das Universalmuseum Joanneum im Budget 2026 mit einer Unterdeckung von rund fünf Millionen Euro konfrontiert. Angesichts der aktuellen finanziellen Situation sieht sich das Universalmuseum Joanneum gezwungen, einschneidende Maßnahmen zu ergreifen“, heißt es.
Details dazu will man am Freitag präsentieren, nachdem die Mitarbeiter informiert wurden. Fix ist bereits, dass die Steiermark Schau 2027 „ausgesetzt“ werden soll. Zudem sind in einzelnen Museen zusätzliche Schließtage geplant.
Bühnen Graz kommen besser davon
Deutlich geringer ist das Minus bei den Bühnen Graz (Oper, Schauspielhaus, Next Liberty und Spielstätten), die kommendes Jahr auf rund 640.000 Euro verzichten müssen. Nachdem die Stadt Graz gesellschaftsrechtlich gleichwertig an den Bühnen beteiligt ist, ist wohl auch hier mit einem Minus zu rechnen. Damit ist für Geschäftsführer Bernhard Rinner klar, dass „die durch die Einsparungen vorgesehenen Maßnahmen tiefgreifende Einschnitte in nahezu allen Bereichen unseres Theaterkonzerns bedeuten werden – von einer zweijährigen Streichung aller Investitionen, über die Undurchführbarkeit von einzelnen künstlerischen Projekten bis hin zu einem Nachbesetzungsstopp bei natürlichen Personalabgängen.“ Der laufende Spielbetrieb soll, laut Rinner, aufrechterhalten bleiben: „Wir werden Oper, Theater und alle anderen Genres abgespeckt, aber wie bisher spielen.“
Vorerst keine Kürzungen gibt es bei den anderen Landesbeteiligungen im Kulturbereich: Beim steirischen herbst, der jährlich 2,27 Millionen Euro vom Land bekommt, läuft der Finanzierungsvertrag noch bis 2027 und es wäre gar nicht so einfach gewesen, in diesen einzugreifen. Und auch bei der Steiermärkischen Landesbibliothek wird vorerst nicht gekürzt. Rund 250.000 Euro werden bei der Volkskultur gespart.
Teile der Freien Szene müssen weiter zittern
Budgetär aufatmen konnten zuletzt ja Teile der Freien Szene. Nachdem sie sich in der Initiative „Kultur Land Retten“ solidarisiert hatte und gegen drohende Einsparungen bereits auf die Straße gegangen war, waren zuletzt die mehrjährigen Förderverträge ohne allzu große Einbußen beschlossen worden. Nur vereinzelte Fördernehmer (wie etwa das Elevate Festival und das Theater am Lend) traf es hart.
Nun jedoch zittern die Initiativen, die Jahres- und Projektförderungen bekommen, weil viele befürchten, dass für diese nicht mehr genug Geld da ist: „Aktuell erhalten viele, die bis jetzt eine Jahresförderung hatten, Absagen oder ihnen wurde eine Verschiebung von der Jahres- in die Projektförderung vorgeschlagen“, sagt Lidija Krienzer-Radojevic von der IG Kultur. „Dies verschärft ihre ohnehin prekäre Lage und weckt bei den Betroffenen den Eindruck, dass die schlechte budgetäre Situation durch den zusätzlichen administrativen Aufwand verschleiert werden soll.“
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