Appell an Regierung

Kampf gegen Giftsuppe: „Grenzwerte jetzt senken!“

Tirol
06.02.2026 16:00

Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser und sein Team fordern von Umweltminister Norbert Totschnig, dass er die Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub senkt – jetzt und nicht erst 2030.

Die Bilder der „Inntaler Giftsuppe“ sind vielen Tirolerinnen und Tirolern noch in Erinnerung. Jahrzehntelang war die Luft entlang der Transitstrecken stark belastet. Erst strengere Gesetze und bessere Technik (Euro 6) brachten die Wende: Die Stickstoffdioxid-Belastung sank laut Messungen seit 1990er-Jahren um mehr als 90 Prozent.

Brief an den Minister
„Diesen erfolgreichen Weg dürfen wir jetzt nicht verlassen“, fordert Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums im Gespräch mit der „Krone“. Die EU hat nun strengere Grenzwerte beschlossen, die künftig bei 20 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft liegen sollen. Sie liegen aber noch deutlich über jenen der Weltgesundheitsorganisation WHO – diese empfiehlt nur zehn Mikrogramm. Sie sollen aber erst 2030 in Kraft treten. „Zu spät“, sagt Gurgiser. In einem Brief an Minister Norbert Totschnig fordert er, dass die neuen Grenzwerte jetzt schon umgesetzt werden.

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Was und wer hindert die Politik und speziell die Österreichische Volkspartei, diesen erfolgreichen Weg fortzuführen?

Fritz Gurgiser

„Müssen Vorreiter, nicht Nachreiter sein“
Tirols oberster Anti-Transit-Kämpfer verwies auch auf die „Erfolgsgeschichte“ des bestehenden Immissionsschutzgesetzes (IG-Luft). Die weit überhöhten Stickstoffdioxid-Belastungen für die Anrainerschaft seien stark reduziert worden. Hersteller, Zulieferer und Händler hätten durch den ständigen Austausch von Kraftfahrzeugen der Abgasklassen „Euro 0“ auf heute „Euro 6“ Milliarden Euro verdient. „Was und wer hindert die Politik und speziell die Österreichische Volkspartei, diesen erfolgreichen Weg fortzuführen?“, warb Gurgiser einmal mehr für die Festschreibung der niedrigeren Grenzwerte.

Österreich müsse mit einem 65,3-Prozent-Anteil der Staatsfläche am Rahmengebiet der Alpenkonvention „Vorreiter und nicht Nachreiter sein“. Da die neuen Grenzwerte 100 Prozent über dem Vorschlag der WHO aus dem Jahr 2021 liegen, sei das Vorziehen so wichtig. Fest steht: Die Luft ist heute deutlich sauberer als noch vor 20 Jahren. Doch die Frage bleibt, ob Österreich bei der Verbesserung weiter Tempo macht – oder ob der Fortschritt ins Stocken gerät. Denn eines ist klar: Ein Zurück in die „Giftsuppe“ darf es nicht geben!

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