Lindsey Vonn hat nicht gesprochen, ihr Trainer Aksel Lund Svindal schon – nach dem ersten Belastungstest der US-Ski-Rennläuferin nur eine Woche nach dem verhängnisvollen Sturz in der Crans-Montana-Abfahrt haben sich Athletin und Trainer zuversichtlich gezeigt!
Das Abfahrtstraining am Freitag in Cortina verlief vielversprechend (Platz elf). Der Kreuzbandriss wird die 41-Jährige jedenfalls nicht davon abhalten, ihren großen Traum von einer Olympia-Medaille weiter zu verfolgen.
Am Dienstag gab Vonn in Cortina bekannt, dass sie sich das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen habe. Dennoch wolle sie bei den Winterspielen an den Start gehen, das Knie sei stabil und es helfe ihr, dass sie die Strecke gut kenne, da sie zwölfmal gewonnen habe. „Mein Knie fühlte sich stabil und stark an. Es ist nicht geschwollen. Ich bin zuversichtlich, dass ich am Sonntag mit der Unterstützung einer Knie-Bandage fahren kann“, hatte sie gemeint.
„Sie hatte nie Angst um ihr Knie“
„Es hat links und rechts symmetrisch ausgeschaut. Sie hat nie Angst gehabt um ihr Knie, das hat sie im Ziel gesagt“, berichtete Svindal in der Mixed Zone den wartenden Medienvertretern. „Also sie ist sicher nicht zufrieden, weil sie hat unten ein paar Fehler gemacht. Aber ich bin es schon“, meinte der Norweger. „Sie hat alles ein bisschen ruhiger gemacht, aber das war alles nach Plan, wie ich es gesehen habe. Wenn sie jetzt sagen würde, dass es mit dem linken Fuß scheiße war, dann wäre ich überrascht, weil das hat schon ganz gut ausgeschaut.“
Trainer-Sein mache ihm viel Spaß, die vergangene Woche sei da anders gewesen, aber man müsse ja alles mitmachen, meinte er lachend. Jetzt wisse er, wie sich das für seine Trainer angefühlt haben muss, als er verletzt gewesen sei. „Shit, shit, shit“ seien seine ersten Gedanken gewesen, als Lindsey im Netz gelegen sei. Bis er Informationen bekam, bis es eine Diagnose gab, dauerte es.
„Die Information war dann nicht so gut, aber sie war von Anfang an ziemlich entschlossen. Und ist positiv geblieben. Dann habe ich mir gedacht, sie hat ja extrem viel Erfahrung mit Verletzungen.“ Man habe von Anfang an einen guten Plan gehabt, gemeinsam mit den Physiotherapeuten werde der durchgezogen. „Sie ist da brutal gut am Umsetzen.“ Und er habe den Eindruck, dass die Schmerzen weniger sind als gedacht, sagte Svindal. Die Orthese trägt Vonn unter dem Rennanzug.
Es gibt Schlimmeres als einen Kreuzbandriss
Knieverletzung ist nicht gleich Knieverletzung. „Damals in Kitzbühel mit meinem Knie wäre es unmöglich gewesen, dass ich fahre. Aber da waren auch der Meniskus und der Knorpel weg. Das ist was anderes.“ Für Svindal war 2016 nach einem Sturz im Abfahrtsklassiker auf der Streif die Saison beendet gewesen, die Operation hatte in Hochrum Christian Fink vorgenommen. „Es gibt schon Unterschiede. Zu mir sagte Fink damals, das Kreuzband ist jetzt das kleinste Problem. Die anderen Sachen sind viel, viel schlimmer. Das heißt, die Bewegung, die passiert, kann viel mehr Schaden machen als das gerissene Kreuzband. Da hat Lindsey wahrscheinlich ein bisschen Glück gehabt.“
Und er erinnerte auch noch an einen Landsmann. „Jansrud hatte 2013 in Schladming das Kreuzband gerissen. Ich habe ihn nachher getroffen und er ist eigentlich fast spaziert wie normal. Nur das Kreuzband war halt weg“, erzählte er von seinem früheren Kollegen Kjetil Jansrud. Bei dieser WM hatte sich übrigens auch Vonn im Super-G massiv am Knie verletzt.
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