Die Heimat der Eurofighter wird ausgebaut – personell und in Hinblick auf Infrastruktur: Auf den Fliegerhorst Zeltweg warten spannende Jahre, so soll er das Kompetenzzentrum für „Sky Shield“ werden. Noch größer sind die Bauvorhaben in Aigen, dort soll sich zudem der Personalstand verdoppeln.
Wer den Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg kennt – etwa durch einen Besuch der Airpower -, der weiß: Klein ist das Areal nicht. Konkret sind’s 350 Hektar. Und dennoch sagt Roland Miedler, Kommandant des Überwachungsgeschwaders: „Der Fliegerhorst wird bald aus allen Nähten platzen.“
1200 Mitarbeiter (Soldaten und Zivilisten) gibt es am Standort, ein beträchtlicher Ausbau ist in Planung. Man hält auch die Augen für neue Grundstücke offen. Ein Grund: In Zeltweg werden die neuen Leonardo-Trainingsjets, deren Kauf erst vor wenigen Monaten fixiert wurde, ab 2028 in Betrieb genommen, gewartet und so lange stationiert bleiben, bis in Linz-Hörsching die Infrastruktur fertig ist.
„Sky Shield“ kommt nach Zeltweg
Die Kaserne erhält noch eine weitere zentrale Aufgabe: Sie wird zum Kompetenzzentrum von „Sky Shield“, dem geplanten neuen und politisch durchaus umstrittenen Luftabwehrsystem im europäischen Verbund. Im Aichfeld ist das letzte in Österreich verbliebene Fliegerabwehrbataillon stationiert. „Die Waffengattung wurde heruntergefahren, jetzt wollen wir in relativ schnellen Schritten wieder Fähigkeiten aufbauen“, sagt Kommandant Erwin Papst offen.
Neue Radargeräte sollen bis Anfang 2028 eintreffen, die 35-mm-Fliegerabwehrkanonen werden schon ab Mitte 2026 völlig erneuert (etwa um Drohnen besser zu erkennen). Ebenso modernisiert wird die Lenkwaffe „Mistral“, sie dient aber als Platzhalter für die neuen Systeme mit viel größerer Reichweite – circa 50 statt derzeit fünf Kilometer! Die Hoffnung ist, dass die Verträge noch heuer unterschriftsreif werden. Dann könnten 2028 oder 2029 die ersten Systeme in Zeltweg eintreffen.
Start- und Landepiste wird generalsaniert
Ein Großprojekt in Zeltweg ist auch die mehrmonatige Sanierung der Start- und Landepiste, die bis zur nächstjährigen Airpower erledigt sein soll. Dafür wird die kleinere Rollpiste („Taxiway“) verbreitet, die Eurofighter müssen daher nicht ausziehen.
Sie werden ja jetzt schon regelmäßig für ein paar Tage nach Klagenfurt und Linz verlegt, weil in Zeltweg ein Mangel an Fluglotsen im Tower herrscht. Daran wird sich auch rasch wenig ändern. Miedler kann diesem Umstand sogar etwas Positives abgewinnen: „Durch die Verlegung haben wir schon viel gelernt, wir müssen ja im Ernstfall von überall operieren können.“
„Wir werden bis 2032 eine konstante Baustelle sein. Es geht auch um Banales wie mehr Parkplätze, einen größeren Speisesaal und neue Unterkünfte.“

Peter Puxkandl, stellvertretender Kommandant Flugbetriebskompanie in Aigen
Bild: Jakob Traby
Personalstand in Aigen verdoppelt sich
Auch der zweite steirische Fliegerhorst wird stark ausgebaut: Die Kaserne Aigen im Ennstal ist ja – nach jahrelangem Zittern – durch die 36 neuen Mehrzweck-Hubschrauber AW169 gesichert. Die italienischen Helikopter werden in Aigen gewartet, zwölf sollen später fix dort stationiert bleiben. Dafür notwendig: viele neue Gebäude, darunter eine riesige Werft. Sogar ein Bahnanschluss ist eine Option.
Derzeit behilft man sich mit Containern. Immerhin: Das Simulationsgebäude soll bald fertig sein. Der Personalstand in der Kaserne wird sich bis zum Jahr 2032 von 300 auf 600 verdoppeln, alleine in der (mittlerweile zivilen) Fliegerwerft sollen 172 statt 44 Personen arbeiten. Aktuell sind es bereits 96, darunter zehn Frauen.
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