Zukunft im Pflegeheim:

Wachsame „Infrarotaugen“ garantieren Privatsphäre

Niederösterreich
02.02.2026 18:30

Digitalisierung soll bessere Betreuung in Niederösterreichs Pflegeheimen ermöglichen. So schützt Infrarot-Technik bereits jetzt die Senioren im Waldviertel – und wahrt dennoch die Privatsphäre. Diese oder ähnliche Technik soll im Land künftig ausgerollt werden.

Wie kann fortschrittliche Technik auch die Pflege in den Senioren- und Betreuungszentren unterstützen? Dieser Frage ging die Landesgesundheitsagentur (LGA) in Raabs an der Thaya im Waldviertel in Form eines EU-Projekts viele Monate lang nach. Und war dabei so erfolgreich, dass man dort entschied, die Technik in Zukunft verstärkt einzusetzen.

Es geht dabei um Infrarotsensoren, die eine Hälfte eines Doppelzimmers überwachen. „Bewohner werden dabei nicht in ihrer Privatsphäre gestört“, betont man einhellig beim „Krone“-Lokalaugenschein. Nur die Bewegungsmuster werden vom Sensor überwacht. Bei Sturz, Sturzgefahr oder bei zu langer Abwesenheit – es könnte ja einen Unfall auf der Toilette gegeben haben oder ein Demenzkranker verläuft sich in der Nacht – schlägt die Technik sofort Alarm. Nur bei einem Sturz übermittelt der Sensor neun Bilder, die zeigen , wie dieser passiert ist, wobei nur Körperumrisse zu sehen sind. Sonst können die Pflegekräfte keine Bilder aufrufen.

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Die Sensoren mussten eingestellt werden, was zuerst Mehraufwand bedeutete. Nun werden wir bei Sturz, Sturzgefahr oder bei zu langer Abwesenheit alarmiert.

Jürgen Strobl, Pflegedirektor-Stellvertreter Raabs an der Thaya

Bilder vom Sturzablauf sehr wertvoll
Wenn ein Sturz gleich nach dem Kontrollgang passiert, verhindert man so das lange Warten auf Hilfe. Wie der Sturz ablief, gibt zudem Aufschluss, ob und wie schwer der Bewohner an welcher Stelle verletzt worden sein könnte. Das kann nicht nur die Fahrt ins Spital sondern auch einen hohen bürokratischen Zusatzaufwand der Pflegekraft ersparen. Durch das Erkennen gefährlicher Bewegungsmuster – etwa ein Annähern an die Bettkante – können so auch Stürze verhindert werden.

Sensor kostet 1300 Euro
21 Infrarotsensoren werden in Raabs derzeit eingesetzt. Weitere sollen folgen. Nach dem Test eines anderen Systems in einem weiteren Betreuungszentrum soll dann entschieden werden, welche Sensortechnik landesweit ausgerollt wird. Derzeit behilft man sich in den Heimen oft mit Mattentechnik, die häufig repariert werden muss. Die Infrarotsensoren in Raabs kosten inklusive Installation 1300 Euro und sind quasi wartungsfrei.

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