Reptilien-Expertin Helga Happ war beim Stadtsenat im Rathaus Klagenfurt geladen, ihr Anliegen ist verständlich: „Im Zoo werden zu viele Reptilien abgegeben, wir sind über der Grenze.“ Auch teure Energiepreise sind dafür verantwortlich, dass viele keine Reptilien mehr halten können.
Helga Happ ist Leiterin des Reptilienzoos Happ. Neben ihren Tätigkeiten im Zoo wird Happ in Kärnten häufig zu Einsätzen mit exotischen Tieren gerufen. Für Einsätze mit ausgesetzten Exoten dient der Reptilienzoo Happ meist als Auffanglager. Aufgrund von Platzmangel werden einige der aufgenommenen Tiere entweder an Privatpersonen oder an andere Zoos abgegeben. Jetzt ist alles voll.
171 Reptilien im Zoo abgegeben
„Im Reptilienzoo werden zu viele Reptilien abgegeben, wir sind über der Grenze. Schildkröten, Eidechsen und Schlangen zählen zu Reptilien, wir haben einfach keinen Platz mehr“, klagt Happ. „171 wurden im Vorjahr abgegeben“, sagt Happ, die auch als Sachverständige für Reptilien und Gifttiere vor Gericht auftritt und so oft bei Verfahren Reptilien mitnehmen muss.
„Es gibt noch viele andere Gründe, warum plötzlich Reptilien einen Platz brauchen. Die Energiekosten sind so gestiegen, darum können viele Kriechtiere nicht mehr daheim gehalten werden. Viele verlieren ihr Interesse an Reptilien, die sie oft aus weit entfernten Ländern mitnehmen. Auch durch Scheidungen werden viele Tiere frei.“
Angst vor Giftschlangen
Auch Schildkröten, die oft 75 Jahre alt werden, sind ein Problem. Im Vorjahr waren sogar 64 Schlangen dabei, viele sind giftig. „Man darf sie in Kärnten nicht halten“, erzählt Happ. Da passen die Politiker sorgsam auf, damit ja keine Giftschlangen ausgesetzt werden.
Grüner Leguan „flüchtete“
Viele Reptilien werden mit einem Zettel vor die Tür gestellt. „Einmal stand eine leere Schachtel vor der Tür, weil der grüne Leguan längst ausgebüxt war. Wir haben ihn im Lendhafen gesucht und gesehen. Allerdings kann man ihn kaum fassen, weil er überall hinklettern kann. Wir mussten extra mit einem Boot ausrücken, um ihn einzufangen.“
Happ wollte eigentlich am Kreuzbergl ein Tier-Asyl auch für Isländer-Pferde schaffen. „Wir haben einen Grund mit Rohbau dort. Allerdings gab es von Land und Stadt keine Erlaubnis dafür, weil dort eine forstwirtschaftliche Widmung besteht.“
„Wir bemühen uns, aber uns geht einfach der Platz für Reptilien aus. Man tut auch den Tieren nichts Gutes, wenn man zu viele nimmt.“ Auch das Land ist gefordert.
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