Die zuständige Agrargemeinschaft Obertilliach (Osttirol) denkt über ein Windkraftprojekt mit einer Firma aus Niederösterreich nach. Konstruktive Gespräche fanden vor zwei Wochen statt. Der Bürgermeister hingegen ist skeptisch.
Die Pläne eines Windparks auf der Compedal Hochalm auf 2300 Metern in Assling sorgen seit Jahren für Aufsehen. Dort sollen sieben Windräder Energie erzeugen.
Es gab Gespräche mit den Grundbesitzern und Almbewirtschaftern vor zwei Wochen. Diese waren sehr konstruktiv.
EVN-Sprecher Stefan Zach
Auch einige Kilometer weiter in Obertilliach steht möglicherweise das nächste Großprojekt ante portas. Die Energieversorgung Niederösterreich (EVN) trat mit der Gemeinde bzw. der Agrargemeinschaft in Kontakt und möchte zwischen dem Golzentipp und dem Dorfberg fünf Räder aufstellen. Die Pläne gibt es seit einem Jahr, dennoch stehe man nach wie vor am Anfang, wie EVN-Sprecher Stefan Zach der „Krone“ erklärt: „Es gab Gespräche mit den Grundbesitzern und Almbewirtschaftern vor zwei Wochen. Diese waren sehr konstruktiv.“
Partnerschaften sind gefragt
Obertilliach sei die erste von einigen Gemeinden gewesen, an die die EVN herangetreten ist. Laut Zach gehe es vor allem um die Kommunikation, um auf Bedenken einzugehen. Dies gelinge nur mit Partnerschaften: „Diese machen viel Sinn, weil wir Erfahrung in Sachen Planung haben und Partner die Gegend kennen. In Osttirol machen wir es dort, wo wir Gebiete identifiziert haben, wo Windkraft möglich ist.“ Wenn sich herauskristallisiert, dass kein Interesse besteht, würde man ein Vorhaben stoppen. Nun liegt der Ball bei der Agrargemeinschaft.
Wir waren vor einem Jahr dagegen, das ist auch jetzt nach wie vor so. Für größere Windparks wird in Tirol kein Platz sein.
Bürgermeister Matthias Scherer
Bürgermeister skeptisch, Tourismusregion in Gefahr
Sollte diese dem Projekt zustimmen, muss auch die Gemeinde Obertilliach mitspielen. BM Matthias Scherer steht dem Vorhaben jedoch skeptisch gegenüber: „Wir waren vor einem Jahr dagegen, das ist auch jetzt nach wie vor so. Für größere Windparks wird in Tirol kein Platz sein.“
Laut ihm sei nicht nur seine Gemeinde betroffen, sondern auch mehrere Nachbarkommunen. „Man muss einen demokratischen Weg finden. Wenn der Großteil sagt, dass es kein Problem ist, dann wird man sich dem stellen müssen.“ Es würden viele Dinge mitspielen, vor allem, weil man in Obertilliach vom Tourismus lebe und, so Scherer, „wir immer mit unserer naturbelassenen Gegend aufzeigen.“
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