Leichte Entwarnung
Killer-Virus in Indien: Ausbruch „eingedämmt“
Indiens Gesundheitsministerium hat zum Ausbruch des Nipah-Virus erneut Stellung bezogen und leichte Entwarnung gegeben. Viele Zahlen, die um den besonders gefährlichen Erreger aktuell die Runde machen, seien „falsch“ – während in anderen asiatischen Staaten erhöhte Sicherheitsmaßnahmen aufrecht bleiben.
Zwei bestätigte Nipah-Fälle im östlichen Bundesstaat Westbengalen haben diese Woche internationale Alarmbereitschaft ausgelöst. China, Thailand, Vietnam und andere asiatische Staaten haben mit verschärften Kontrollen an Flughäfen und Grenzen reagiert. Indien versucht, die Lage nun zu beruhigen.
Indien gibt leichte Entwarnung
Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstagabend mit, dass alle Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt wurden. Die Regierungsbehörde veröffentlichte keine Details zu den Patienten, gab aber bekannt, dass 196 Kontaktpersonen ermittelt und alle negativ getestet wurden. „Die Situation wird kontinuierlich überwacht und alle notwendigen Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens wurden getroffen.“
Es würden zudem „spekulative und falsche Zahlen“ zu Fällen der Nipah-Viruserkrankung kursieren, heißt es in der Erklärung. „Es wurden verstärkte Überwachungsmaßnahmen, Labortests und Felduntersuchungen durchgeführt, wodurch eine rechtzeitige Eindämmung der Fälle gewährleistet wurde“, so das Ministerium weiter.
Es wurde betont, den vorliegenden Daten zufolge bestehe für die Bevölkerung kein Anlass zur Sorge um die eigene Sicherheit oder die von Angehörigen. Die beiden Infizierten arbeiten im Gesundheitswesen und stammen aus der Region. Sie werden auf der Intensivstation behandelt.
Das Nipah-Virus ist mit einer Sterberate von bis zu 75 Prozent besonders tödlich – zumal es weder gezielte Therapien noch einen Impfstoff gibt. Die einzige Behandlung besteht in der Linderung von Komplikationen und der Linderung der Beschwerden.
Das Virus, das von Flughunden und Tieren wie Schweinen übertragen wird, kann Fieber und Gehirnentzündungen verursachen. Obwohl es von Mensch zu Mensch springen kann, ist die Übertragung nicht einfach und erfordert in der Regel einen längeren Kontakt mit einer infizierten Person, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Asien weiter in Alarmbereitschaft
Außerhalb Indiens wurden bisher keine Fälle gemeldet, verhängte Maßnahmen bleiben aber vorerst bestehen. Indonesien und Thailand verschärften die Kontrollen an großen Flughäfen und führten Gesundheitserklärungen, Temperaturmessungen und Sichtkontrollen für ankommende Passagiere ein. Am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok seien sogar Wärmebildkameras an den Ankunftsgates für Direktflüge aus Westbengalen installiert worden.
Die thailändische Regierung hat laut Angaben seines Gesundheitsministeriums zudem spezielle Parkplätze für Flugzeuge aus Gebieten mit Nipah-Infektionen eingerichtet, während Passagiere vor der Einreise eine Gesundheitserklärung ausfüllen müssen.
Die Behörde für übertragbare Krankheiten in Singapur gab am Mittwoch bekannt, dass sie an ihrem Flughafen Temperaturkontrollen für Flüge aus den von den Infektionen betroffenen Gebieten Indiens einrichten wird.
„Wir stehen auch in Kontakt mit unseren Kollegen in Südasien, um die Situation besser zu verstehen. Derzeit wird an der Einrichtung einer globalen Plattform gearbeitet, über die Länder die Genomsequenzierung der entdeckten Fälle melden können“, teilte die Behörde mit.









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