„Erdrutsch voll aktiv“

Stadt vor dem Abgrund: Lage verschlechtert sich

Ausland
28.01.2026 10:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Situation in Niscemi auf der Insel Sizilien wird immer dramatischer: „Der Erdrutsch ist voll aktiv, der gesamte Hügel stürzt auf die Ebene“, warnte der Leiter des italienischen Zivilschutzes, Fabio Ciciliano. Auf Videos ist zu sehen, wie Teile von Gebäuden in den Abgrund bröckeln.

Nach Unwettern hatte sich am Wochenende auf ein vier Kilometern Länge ein Abgrund gebildet. 1500 Menschen mussten evakuiert werden. Für die Häuser, die sich am Rand der Klippe befinden, besteht keine Hoffnung. Noch immer prasseln Trümmer in die Tiefe – am Fuß des Abhangs liegen Geröll und Fahrzeugwracks. Der Erdrutsch kommt nicht zum Stillstand. 

„Die Front dehnt sich aus“, erklärte Geologe Giuseppe Caruso gegenüber „Corriere della Sera“ die dramatische Lage. Es ist eine rote Zone von einer Breite von 150 Metern entstanden – dieses Gebiet ist besonders durch den Erdrutsch gefährdet.

Stadterrichtung auf Lehmhügeln „ein schwerer Fehler“
Die Stadt befindet sich grundsätzlich in einer gefählichen Lage – laut „Corriere della Sera“ war den meisten bewusst, dass es „früher oder später“ zu einer Katastrophe kommen würde. „Seit mindestens 236 Jahren wissen die Einheimischen, dass es ein schwerer Fehler war, die Stadt dort oben auf den Lehmhügeln mit Blick auf Gela zu errichten“, urteilt die Zeitung.

Die sizilianische Stadt bröckelt sprichwörtlich der Boden unter den Füßen weg.
Die sizilianische Stadt bröckelt sprichwörtlich der Boden unter den Füßen weg.(Bild: AFP/ORIETTA SCARDINO)

Der Ort ist nun fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten, zwei von vier Zufahrtsstraßen sind zerstört. Das Un

Viele Evakuierte ohne Rückkehrmöglichkeit in Wohnungen
Viele der Evakuierten werden nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren können. „Wir müssen einen Plan für die Umsiedlung der Menschen erstellen, die in der Gegend der Erdrutschfront ihre Wohnungen haben. Derzeit läuft eine Erfassung der Personen, die unterstützt werden müssen“, so Ciciliano. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es nicht möglich, den Schaden zu beziffern.

Den Evakuierten versichert der sizilianische Regionalpräsident Renato Schifani konkrete Hilfe. Bis zu einem Höchstbetrag von 900 Euro monatlich soll Familien ausgeschüttet werden, die ihre Wohnung verloren haben. Um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen, führte der Staatsanwalt der sizilianischen Stadt Gela, Salvatore Vella, begleitet von den Sicherheitskräften, eine Besichtigung des Erdrutschgebiets durch.

Viele Einwohner von Niscemi erleben derzeit erneut den Albtraum von vor 29 Jahren. Es war der 12. Oktober 1997, als die Menschen auf die Straße liefen und an ein Erdbeben glaubten. Es handelte sich jedoch nicht um ein Erdbeben, sondern um einen Erdrutsch, der sich nun an denselben Orten wiederholt.

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