Schreckmoment im Polizeikommissariat Favoriten: Kurz vor Weihnachten kam ein hübsch verpacktes Paket an, mit ekelerregendem Inhalt – einer geköpften und gehäuteten Taube. In der Suchtgiftszene ein klares Symbol. Für eine 54-jährige Österreicherin endet das jetzt in einer Haftstrafe.
In der Kartellszene und der organisierten Kriminalität ist das Versenden von toten oder gar verstümmelten Tieren ein klares Zeichen – Androhung von Gewalt. Dass ein Wiener Kriminalbeamter das Paket, das am 23. Dezember im Polizeikommissariat Favoriten einging, also mehr als ernst nahm, ist verständlich. Besonders, weil der Polizist auf Suchtgiftfahndung spezialisiert ist.
Geköpfte Taube und küssende Pinguine
In dem Karton, verpackt in Weihnachtspapier, bedruckt mit Eisbären und Tannenbäumen, verziert mit Herzchen-Pickerl, lag nämlich eine gehäutete und geköpfte Taube. Dazu eine Karte mit küssenden Pinguinen und den Worten „Deine Liebe“. Sofort stürmte die WEGA die Wohnung der Absenderin, nahm sie fest. Die für den Empfänger des besorgniserregenden Pakets keine Fremde war: Er ermittelte einst in einem Drogenverfahren gegen die 54-Jährige.
Es geht nicht um Rache. Überhaupt nicht mehr. Ich wollte nur, dass er so fühlt, wie ich.
Angeklagte schickte schrechliches Packerl an Polizisten
Jetzt sitzt die Österreicherin wieder vor Gericht in Wien und erklärt: „Es geht nicht um Rache. Überhaupt nicht mehr. Ich wollte nur, dass er so fühlt, wie ich.“ Denn die 54-Jährige wurde im Februar 2024 wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz und Entziehung von Energie verurteilt – eine Deliktskombination, die man bei Cannabisplantagen findet. Dafür fasste die Angeklagte ein dreijährige Haftstrafe aus, wurde erst letzten Oktober frühzeitig bedingt aus dem Gefängnis entlassen.
Getötete Taube in Park gefunden
Was im Prozess sehr schnell klar wird: Die nun freischaffende Autorin fühlte sich in ihrem ersten Verfahren unfair behandelt – von ihrem Anwalt, den damaligen Anzeigenschreibern, der Psychologin, die sie begutachtete. Und eben dem ermittelten Beamten. Als sie also die getötete Taube nach ihren Angaben im Augarten fand, verpackte sie den Vogel fein säuberlich als „Weihnachtsgeschenk“. Ihre Erklärung, aus der man auch nicht schlauer wird: „Es war so eine kognitive Dissonanz. Wir sind ja in einem Rechtsstaat.“
Die Staatsanwaltschaft qualifiziert das jedoch als gefährliche Drohung gegen den Polizisten. „Es ist Ihnen darum gegangen, dass er Angst hat“, so Frau Rat. „Das ist eine ganz arme Version des Paten gewesen“, spielt sie auf den bekannten Mafia-Film an, in dem ein Pferdekopf verschickt wird.
Also setzt es fünf Monate Gefängnis. „Das ist furchteinflößend“, begründet die Richterin das Urteil, das nicht wegen Tierquälerei gefällt wurde. Denn, dass die 54-Jährige den Vogel schon gehäutet und geköpft gefunden hatte, wird ihr geglaubt. Wer einer Taube so etwas Bestialisches antun würde, bleibt also auch nach dem Prozess offen ...
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