Kontoauszug für Reise
Urlauber müssen hier bald ihre Finanzen offenlegen
Bali gilt als Sehnsuchtsort für Millionen Reisende – doch der Zugang zur „Insel der Götter“ könnte bald deutlich strenger werden. Die balinesische Provinzregierung plant neue Einreiseauflagen, mit denen sie sicherstellen will, dass ausländische Besucher nicht nur die Sonne genießen, sondern auch über ausreichend finanzielle Mittel verfügen – und die Insel am Ende ihres Aufenthalts wieder verlassen.
Konkret äußerte Balis Gouverneur I Wayan Koster die Absicht, von Touristen künftig Kontoauszüge der vergangenen drei Monate sowie ein Rück- oder Weiterreiseticket zu verlangen. „Ein Aspekt, der bei einem hochwertigen Touristen berücksichtigt werden muss, ist der Betrag, der in den letzten drei Monaten auf sein Konto eingegangen ist“, sagte Koster der staatlichen Nachrichtenagentur Antara. Die Maßnahme ist Teil einer Strategie, mit der Bali stärker auf sogenannten „Qualitätstourismus“ setzen will.
Maßnahme soll auch Umwelt schützen
Ziel sei es, Besucher anzuziehen, die mehr Geld ausgeben und sich an lokale Regeln sowie kulturelle und religiöse Traditionen halten. Die Behörden argumentieren, dies könne nicht nur die Wirtschaft stärken, sondern auch Umwelt und Kultur schützen, die seit Jahren unter dem Massentourismus leiden. Bali zählt zu den beliebtesten Reisezielen Südostasiens; allein 2025 reisten laut Provinzverwaltung rund 7,1 Millionen internationale Gäste auf die Insel – bei etwas mehr als vier Millionen Einwohnern.
Auch Österreicher wären betroffen
Nach den aktuellen Plänen könnten die neuen Nachweise nicht nur klassische Urlauber mit einem „Visa on Arrival“ betreffen, sondern auch Reisende mit längeren Aufenthaltsgenehmigungen. Auch Staatsbürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die bislang visafrei oder mit Visum bei Ankunft einreisen, wären potenziell betroffen. Eine feste Mindestsumme wurde bislang nicht genannt. Die Behörden wollen vielmehr prüfen, ob die verfügbaren Mittel zum jeweiligen Reiseplan passen.
Koster verweist zur Begründung auf internationale Gepflogenheiten. Indonesische Staatsbürger müssten bei Reisen in viele Länder ebenfalls nachweisen, dass sie ihren Aufenthalt finanzieren können. Die geplante Regelung solle daher auch für mehr Gleichbehandlung sorgen. Unterstützung erhielt der Gouverneur aus Jakarta: Tourismusministerin Widiyanti Wardhana stellte sich bei einer Pressekonferenz in Ubud hinter den Vorstoß, ohne jedoch konkrete Details zur Umsetzung zu nennen.
Offen, wie die Überprüfung erfolgen soll
Genau das sorgt für Kritik. Politiker und Vertreter der Tourismusbranche fordern einen klaren Fahrplan. Balis Senator warnte davor, dass die Prüfung von Kontoauszügen zeitaufwendig und organisatorisch schwer umzusetzen sei. Zudem gebe es für regionale Behörden keinen Zugriff auf entsprechende Bankdaten. Auch Experten weisen darauf hin, dass Kontoauszüge allein wenig über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit aussagen und Datenschutzfragen aufwerfen.
Offen ist zudem, ob die Überprüfung bei der Einreise am Flughafen von Denpasar oder bereits im Rahmen des Visaprozesses vor der Abreise erfolgen soll. Der frühere Vize-Tourismusminister Sapta Nirwandar hält Letzteres für praktikabler, da Kontrollen am Flughafen schwierig seien.










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