Blutige Massenproteste

Bericht: Bis zu 30.000 Tote im Iran an nur 2 Tagen

Ausland
25.01.2026 14:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Massenproteste Anfang Jänner verliefen äußerst blutig. Wie das „Time-Magazin“ berichtet, sollen allein an zwei Tagen – dem 8. und dem 9. Jänner – bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein. Die Zeitschrift beruft sich auf ranghohe Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums.

Demnach sollen an diesen beiden Tagen so viele Menschen getötet worden sein, dass die Behörden mit der Beseitigung der Leichen überfordert gewesen seien. Laut den Beamten gingen Leichensäcke aus und statt Krankenwagen seien Lastautos genutzt worden.

Mehr als 40.000 Festnahmen
Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA meldete nach eigenen Angaben 5495 bestätigte Todesopfer, unter ihnen 5149 Protestierende. Zusätzlich prüft HRANA 17.031 weitere mutmaßliche Fälle. Zudem sollen 7403 weitere Menschen schwer verletzt worden sein. Nach Angaben der Aktivisten haben Sicherheitskräfte 40.887 Menschen festgenommen.

Internet seit drei Wochen blockiert
Die Aktivisten weisen darauf hin, dass Auswertung und Überprüfung von Todeszahlen Zeit in Anspruch nehmen. Seit drei Wochen gebe es Internetabschaltungen und -störungen. Das genaue Ausmaß der Gewalt sei deshalb noch unklar.

Die staatliche Rundfunkagentur Iribnews dementierte den Bericht: „Weder ein Beamter des Gesundheitsministeriums noch irgendein Beamter im Iran hat derartige falsche Statistiken gemeldet oder bestätigt.“

Iran gibt USA und Israel die Schuld
Nach offizieller Darstellung gab es bei den Aufständen 3117 Tote. Mehr als 2400 Menschen seien bei „terroristischen Aktivitäten“ ums Leben gekommen, behauptete der iranische Botschafter in Genf. Die iranische Regierung macht die Erzfeinde Israel und USA für die vielen Toten verantwortlich. Unabhängige Belege legten die iranischen Behörden nicht vor.

Die Proteste waren Ende Dezember ausgebrochen. Ausgelöst durch die schwere Wirtschaftskrise im Land gingen zunächst Händler auf die Straßen. Vor gut zwei Wochen kam es in den Metropolen am 8. und 9. Jänner dann zu Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen wurden.

Angebliche Beweise für Hinrichtungen
Israel hat den USA laut einem Medienbericht Geheimdienstinformationen über Hinrichtungen von Demonstranten im Iran übermittelt. Dadurch sei die US-Führung an belastende Beweise gegen die Führung in Teheran gelangt, berichtete die Zeitung „Israel Hajom“. Die Sorge vor einem neuen Krieg ist jüngst gestiegen, auch weil die USA starke Militärkräfte in der Region zusammenziehen.

Der US-Geheimdienst verfüge über „eindeutige Augenzeugenberichte über Hinrichtungen, die mit verschiedenen Methoden durchgeführt wurden“, hieß es in dem Bericht. Israel sei an der Beschaffung dieser Informationen beteiligt gewesen. Außerdem gebe es „zahlreiche detaillierte Berichte über den Einsatz scharfer Munition gegen Demonstranten auf den Straßen sowie über Protestteilnehmer, die nach ihrer Festnahme hingerichtet wurden“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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