Radfahrer, die beim Kraftwerk Jochenstein in Oberösterreich die Donau queren wollen, müssen 90 Stufen rauf- und runterklettern. Für den Kraftwerk-Betreiber ist die Kritik der Pedalritter nicht ganz nachvollziehbar. Es wird auf die Fähre der Gemeinde als Alternative und ein geplantes Projekt verwiesen.
Knapp zwei Jahre dauerte die Generalsanierung des Donaukraftwerks Jochenstein im Grenzgebiet zu Bayern. In dieser Zeit war die Brücke für Radfahrer gesperrt, seit Mai des Vorjahres kann wieder über die Donau geradelt werden. Besonders glücklich sind die Pedalritter noch immer nicht.
Nach all diesen Sperren und Investitionen erwarten Radfahrende eine moderne, sichere und halbwegs komfortable Querung – und keine halsbrecherische Treppe.
Peter Scheiblhofer, Vichtenstein
„Man muss das Fahrrad über rund 90 halsbrecherische Stufen hoch- und wieder hinunterwuchten – geführt auf einem Wellblech, das kaum breiter als ein Reifen ist. Für Kinderräder, Anhänger oder Tandems ist dieser Radweg de facto unbenutzbar. Das ist peinlich für ein Kraftwerk, das sich selbst als Energieerlebnis bezeichnet. Ich kenne entlang der Donau keinen zweiten Übergang, der Radfahrer so konsequent vor den Kopf stößt“, kritisiert etwa Peter Scheiblhofer aus Vichtenstein.
Das Kraftwerk ist in erster Linie eine Betriebsstätte zur Erzeugung von erneuerbarem Strom für die Allgemeinheit.
Verbund-Stellungnahme
Für den Kraftwerk-Betreiber Verbund ist die Kritik nicht nachvollziehbar: „Das Kraftwerk ist in erster Linie eine Betriebsstätte zur Erzeugung von erneuerbarem Strom für die Allgemeinheit. Verbund hat sich gerne dazu bereit erklärt, die Überfahrt im Rahmen des sicheren Betriebs für Fuß- und Radverkehr freizugeben – als zusätzliches Angebot an die Region und den Tourismus“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Mittel bei Modernisierungen oder Instandhaltungen seien zudem meist zweckgebunden und auch nicht beliebig auf andere Baumaßnahmen umschichtbar.
Gemeinde bietet Fähre an
Weiters wird auf die Möglichkeit der Fähre der Gemeinde hingewiesen. Dazu sei beim Projekt „Energiespeicher Riedl“ eine zusätzliche Brücke über die Schleuse geplant. Diese neue Querung ist als barrierefreier Übergang auch für die Radfahrenden vorgesehen. Ein genauer Zeitplan für das Projekt steht laut Verbund noch nicht fest.
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