Heer gibt Einblicke

Trump in Davos: So penibel läuft Luftraum-Sperre

Tirol
21.01.2026 15:18

US-Präsident Donald Trump und weitere 80 „High Value Persons“ (höchstrangige Teilnehmer) sind allein am Mittwoch zum Weltwirtschaftsforum in Davos eingeflogen. Die Flugbeschränkungszone hat einen Radius von 45 Kilometern, reicht also bis Österreich. Am Airport Innsbruck gab das Bundesheer spannende Einblicke zur Luftraumsicherung.

„Hier stehen unsere Arbeitspferde, wenn es um die Luftraumüberwachung geht“, zeigt Gerfried Promberger, Kommandant der gesamten österreichischen Luftstreitkräfte, auf die sechs Pilatus PC-7 am Rollfeld in Innsbruck. Minuten später rauschen die Maschinen über die Köpfe hinweg für einen Patrouillenflug. Eine halbe Stunde später sind es zwei Eurofighter, die mit mächtigem Dröhnen und in niedriger Höhe von Zeltweg (Steiermark) kommend durch das Inntal fliegen.

Im knapp 300 Kilometer entfernten Zürich ist gerade die Landung von US-Präsident Donald Trump avisiert. Die Schweizer hatten deshalb – in langjähriger Kooperation – um Luftraumsicherung ersucht.

Luftstreitkräfte-Kommandant Promberger im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Andreas Moser
Luftstreitkräfte-Kommandant Promberger im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Andreas Moser(Bild: Christian Forcher/Fotoworxx)

Niedrig, langsam, hoch, schnell – auf alle Objekte eine „Antwort“
„Dädalus26“ nennt sich die umfangreiche Luftsicherung rund um das Großereignis im Nachbarland. „Die Flugbeschränkungszone rund um Davos umfasst 25 nautische Meilen, also etwa 45 Kilometer“, präzisiert Promberger.

Doch natürlich müsse auch das geografische Vorfeld abgesichert werden. Mit den unterschiedlichen Maschinen (zehn Flugzeuge, elf Hubschrauber) ist man für alle Bedrohungen gewappnet – „egal ob hoch und schnell oder tief und langsam“.

Auch zehn Hubschrauber sind bei „Dädalus26“ im Einsatz.
Auch zehn Hubschrauber sind bei „Dädalus26“ im Einsatz.(Bild: Christian Forcher/Fotoworxx)

Neuestes Radar zeigte im Test sogar fliegende Golfbälle an
Mächtige Unterstützer sind die rund zehn installierten Elemente der bodengebundenen Luftabwehr sowie Radarsensoren. Kein Flugobjekt bleibt unbemerkt – und dies geht technisch in erstaunliche Dimensionen: Tests im Salzburger Flachgau, so erläutert der Flieger-Kommandant, hätten sogar Objekte in Golfball-Größe auf den Bildschirmen angezeigt.

Eine Fehlfunktion? „Nein, tatsächlich war eine Driving-Range in der Nähe, sogar die fliegenden Golfbälle wurden registriert!“

Die „Arbeitspferde“ der Luftraumsicherung – eine Pilatus PC7 beim Start
Die „Arbeitspferde“ der Luftraumsicherung – eine Pilatus PC7 beim Start(Bild: Christian Forcher/Fotoworxx)

Drohnenpilot „spähte“ Radaranlage aus
Alles viel Aufwand – und am Ende passiert ohnehin nie etwas? Dem widerspricht Promberger entschieden: „Eine oder mehrere kritische Situationen gibt es jedes Jahr.“ Erst kürzlich habe ein Tiroler Drohnenpilot offenbar eine der mobilen Radaranlagen „ausspähen“ wollen. Die Polizei war rasch vor Ort und schnappte den Mann, er ist nun mit einer Anzeige konfrontiert.

An den Cockpits ist die Frequenz angebracht, auf der sich ein „verirrter“ Pilot sofort melden ...
An den Cockpits ist die Frequenz angebracht, auf der sich ein „verirrter“ Pilot sofort melden soll.(Bild: Christian Forcher/Fotoworxx)

Was tun, wenn sich Hobbypilot nicht an Regeln hält?
Die gängigsten Anlässe, um eingreifen zu müssen, sind jedoch Hobbypiloten. Mangels Wissen oder weil sie Flugpläne nicht anmelden, verletzen sie die Flugbeschränkungszone. Was dann seitens des Bundesheeres passiert, ist in einem mehrstufigen Verfahren detailliert festgelegt.

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Wir sind für alle Bedrohungen gewappnet – egal ob hoch und schnell oder tief und langsam.

Gerfried Promberger, Kommandant der österreichischen Luftstreitkräfte

Funkkontakt, Zeichen – dann würde es ernst
Zunächst wird versucht, Funkkontakt mit dem fliegenden „Sünder“ aufzunehmen. An der Cockpitscheibe der Heeresflieger, die sich dem fremden Flugzeug nähern, ist dafür ein großes Schild mit der Notfallfrequenz 121,5 angebracht. „Vorgesehen ist auch eine Kontaktaufnahme per Zeichen, wenn der Funkverkehr nicht zustande kommt“, erklärt der Luftstreitkräfte-Chef. Erst ganz am Ende stehen Warnschüsse durch die bewaffneten PC7. Theoretisch ist sogar ein Abschuss denkbar, sollte sich das Flugzeug unbeirrt dem zu schützenden Ziel nähern.

Auf fremdem Staatsgebiet keinesfalls schießen
Die Kooperation sieht sogar die „Nacheile“ über die Grenze zur Schweiz hinweg vor. „Dort erfolgt die Übergabe an die Schweizer Kollegen, der Waffeneinsatz im fremden Staatsgebiet ist aber ausgeschlossen“, erklärt Promberger. Die Luftraumsicherung rund um die Trump-Ankunft verlief am Mittwoch jedenfalls ohne Zwischenfälle.

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