Das Veröffentlichen von höchstpersönlichen Daten wie Namen und Adresse von anderen Menschen im Internet ist in Österreich im Gegensatz zu anderen Ländern nicht verboten. Die Linzer Grünen wollen das ändern – mit einer Resolution, die im Linzer Gemeinderat beschlossen werden soll.
Der Fall einer Mühlviertlerin, deren Adresse samt Bild von ihrem Haus auf Facebook mit dem Zusatz „Falls sie wer besuchen will“ veröffentlicht wurde, machte im Vorjahr Schlagzeilen – die „Krone“ berichtete. Die Staatsanwaltschaft Linz sah trotz einer Anzeige keinen Grund, gegen die Urheber des Postings zu ermitteln. Die Aufregung war groß.
Vor allem Frauen betroffen
Das Veröffentlichen von persönlichen Daten anderer Personen im Internet wird „Doxing“ genannt. „Gerade Frauen sind davon besonders häufig betroffen. Täter, die Daten von Personen gegen deren Willen öffentlich machen und damit deren Sicherheit gefährden, müssen wirksam zur Rechenschaft gezogen werden können“, fordert die Linzer Frauenstadträtin Eva Schobesberger (Grüne). Im nächsten Gemeinderat wird ihre Partei deshalb eine Resolution an das Justizministerium einfordern.
In anderen Ländern strafbar
Dabei bekommen die Grünen Unterstützung von der Juristin Didem Wenger, die gemeinsam mit anderen eine Online-Petition ins Leben gerufen hat. „Die Justiz muss die Opfer vor jeglichen Eingriffen in ihre Privatsphäre umfassend schützen und gleichzeitig sicherstellen, dass mutmaßliche Täter lückenlos zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt sie. In anderen Ländern, etwa in Deutschland, ist „Doxing“ bereits als Straftatbestand eingestuft.
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