Christine Wipplinger inszenierte „Love Letters“, eine Erfolgsproduktion mit Ferry Öllinger und Gabriele Deutsch. Das Theaterduo geht nun wieder auf Tournee. Wipplinger, die in Linz und Wien immer wieder Regie führt, spricht im „Krone“-Interview dennoch von einer Krise des Theaters.
Christine Wipplinger inszeniert regelmäßig an der Wiener Josefstadt, an Landestheatern in Linz, St. Pölten, Innsbruck und weiteren renommierten Häusern.
Genau vor einem Jahr inszenierte sie am Linzer Theater Phönix „Love Letters“ mit Ferry Öllinger und Gabriele Deutsch. Die erfolgreiche Produktion geht nun wieder auf Tour und ist weiterhin buchbar.
„Krone“: Frau Wipplinger, das Publikum liebt Ihre Inszenierungen. Verraten Sie uns, wie Sie an Stücke herangehen?
Christine Wipplinger: Ich stelle mir immer Fragen: Was will ich mit der Geschichte erzählen? Welche Aspekte des Stückes haben für die heutige Zeit eine Relevanz? Bei der Bearbeitung versuche ich, auf die mir wichtig erscheinenden Aspekte den Fokus zu legen.
On Tour: Gabriele Deutsch und Ferry Öllinger – das neue Traumpaar auf der Bühne – spielen „Love Letters“. Nächste Termine: Samstag, 31. Jänner, im Forum Kultur, Hellmondsödt; Samstag, 14. Februar, Alter Bauhof Ottensheim; Samstag, 18. April, Steyregg. Weitere Infos und auch Buchungen auf www.theater-phoenix.at
Sie führen immer wieder in Oberösterreich Regie. Was macht diesen Theaterschauplatz für Sie persönlich interessant?
Da meine beiden Eltern aus Oberösterreich kommen, mein Bruder, meine Schwägerin und meine älteste Freundin hier leben, habe ich einen sehr starken persönlichen Bezug zu diesem Bundesland. Ich bin in Salzburg geboren, aber mein Umfeld, auch dann später in Wien, bestand aus einem großen oberösterreichischen Freundeskreis, und so fühle ich mich hier sehr zu Hause. Außerdem waren meine Erfahrungen an oberösterreichischen Theatern immer sehr positiv.
Es wird ja oft von einer „Krise des Theaters“ gesprochen. Sehen Sie diese auch?
Corona hat sicherlich einen großen Anteil daran, dass Teile des Publikums verloren gegangen sind. Aber das unmittelbare Erleben von „echten Menschen“ auf der Bühne ist einzigartig. Wenn die Probleme der jüngeren Generation im Theater aufgenommen und ihre Geschichten mit ihren Bildern erzählt werden, denke ich, wird auch das junge Publikum immer mehr das Interesse am Theater gewinnen.
Was kann und sollte Theater in Zeiten zunehmender Polarisierung und Radikalisierung leisten?
Theater war und ist immer ein Spiegel der gesellschaftlichen Gegebenheiten: auf der Bühne durch die Auswahl der Stücke sowie durch die Entscheidungshoheit der Politik über die Leitung eines Theaters. Für mich ist Theater ein Ort der Begegnung, der mit künstlerischen Mitteln Geschichten über die verschiedenen Facetten des menschlichen Daseins erzählt, der auf gesellschaftspolitisch relevante Themen hinweist, Fragen aufwirft und Visionen in den Raum stellt.
Sie inszenieren in ganz Österreich, aber wo ist Ihr Lebensmittelpunkt?
In Wien, aber es zieht mich auf privater wie beruflicher Ebene immer wieder nach Oberösterreich.
Werden wir hier im kommenden Jahr 2026 eine Inszenierung von Ihnen sehen?
Nein, für Oberösterreich gibt es derzeit noch kein konkretes Projekt. Was ich für 2026 schon sagen kann: Ich inszeniere „Alles was sie wollen“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliere im Theater Berndorf in Niederösterreich, mit Kristina Sprenger und David Oberkogler.
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