Ich möchte Ihnen heute Frau Sabine vorstellen. Frau Sabine ist in Wien geboren und hat mehr als 40 Jahre in der Stadt gearbeitet, Steuern gezahlt, Abgaben geleistet. Sie kann sich noch an eine Zeit erinnern, da konnte sie mit 1000 Schilling eine Familie eine Woche lang ernähren – Mann, zwei Kinder, Hund. Gemeinsam lebten sie in einer Wohnung in Liesing, und in der Pension, Frau Sabine ist heute zart über 70, keimte in ihr der Wunsch nach einem kleinen Haus mit Garten auf. Ein eigenes Stück Land, das nicht die Stadtgärtner der MA 42 kultivieren, sondern die eigenen Hände.
Gemeinsam mit ihrer Mutter, heute zart über 90, kaufte sie sich ein Haus in Niederösterreich, gleich ums Eck von Wien. Die Mutter von Frau Sabine hackelte sich vor ihrem Ruhestand in einer Fabrik an Bilderrahmen jahrzehntelang die Finger blutig.
Zwei Leben lang gespart auf ein kleines Glück. Zwei Leben lang in Wien eingezahlt in den berühmten Topf, in den heute Menschen hineingreifen, die Österreich vor ihrer Flucht nicht einmal auf einer Landkarte gefunden hätten.
Wenn Frau Sabine und ihre Mutter krank werden und in Wien einen Routine-Eingriff benötigen, kann sie das Spital wieder nach Hause schicken. Frau Sabine und ihre Mutter sind für Politiker Gastpatienten. Sie werden nicht versorgt.
Gastpatient. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bekomme bei dem Wort Brechreiz. Kein in Österreich geborener Österreicher ist in Österreich zu Gast. Keiner!
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