„Ist es nicht mehr so, dass die Schüler zu Lehrern ,Sie‘ sagen?“ Ein albanisch-stämmiger Vater, der im Alter von acht Jahren nach Österreich kam und hier in die Schule ging, stellte mir diese Frage. Er hätte nämlich gerne, dass sein Sohn dies schon in der Volksschule lernt. Gut Deutsch spricht der Bub ja. Darauf hätten beide Eltern schließlich geachtet.
Zuerst war ich ein wenig verblüfft. Später dachte ich: „Eigentlich hat er nicht ganz unrecht.“ Das Siezen der Volksschullehrerin gilt seit Jahrzehnten als altmodisch. Mittlerweile sogar, wenn Eltern diese Form der Anrede verwenden. Bereits in meiner Ausbildung wurde den Studierenden vermittelt, wir würden mit der „Du-Form“ Sprechhemmungen von Schülern leichter abbauen. Diese Ansicht scheint sich bis heute in der Ausbildung gehalten zu haben. Darüber hinaus sei es für Kinder und Eltern, die kaum Deutsch können, besonders schwierig, die „Sie -Form“ zu erlernen.
Klar ist auch: Wer ein besonders schlechtes Benehmen hat, sagt zur Lehrerin nicht „du“, sondern auch: „Sie sind ein Trottel!“ Dennoch möchte ich dem Vater zustimmen. Vielleicht sollten wir von Beginn der Volksschule an wieder größeren Wert auf die Anrede von Erwachsenen mit „Sie“ legen. Vor allem müssen Schüler und ihre Eltern den Nachnamen der Lehrerin kennen und auch benutzen. Die Höflichkeitsform „Sie“ ist Teil der deutschen Sprache. Sie zu erlernen und anzuwenden, ist einfach ein Ausdruck von Respekt.
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