Teils für Spottpreis

Diese Gebiete haben die USA schon gekauft

Außenpolitik
14.01.2026 15:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat in der Vergangenheit immer wieder Geld in die Hand genommen, um bestimmte Gebiete zu kaufen. Dabei warf Washington auch schon mehrmals ein Auge auf die dänische Insel Grönland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg etwa bot das Weiße Haus Gold im Wert von 100 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 86 Millionen Euro). Die Insel sei doch „völlig wertlos“, hieß es. Zu einem Kauf von Grönland kam es damals nicht. In anderen Fällen waren die US-Kaufambitionen erfolgreicher. So ging beispielsweise das riesige Areal Louisiana 1803 für 15 Millionen US-Dollar (umgerechnet 12,87 Millionen Euro) von Frankreich an die USA. Das damalige US-Territorium wurde damit verdoppelt. Heute entspricht das Gebiet, das vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains reicht, rund einem Viertel der US-Fläche und ist viel größer als der gleichnamige Bundesstaat.

1819 hat das Weiße Haus Florida für fünf Millionen Dollar (umgerechnet 4,29 Millionen Euro) von Spanien gekauft. Im Gegenzug verzichtete die US-Regierung auf eigene Ansprüche im heutigen Texas. 1848 verleibten sich die Vereinigten Staaten dann Kalifornien, Nevada, Utah, New Mexico sowie große Teile von Arizona und Colorado von Mexiko ein. Der Kaufpreis betrug 15 Millionen US-Dollar, hinzu kam die Verpflichtung, die Schulden der eigenen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger gegenüber Mexiko zu begleichen.

Island sollte auch schon gekauft werden
1854 folgten weitere Gebiete in Arizona und New Mexico, 1867 erwarb die Regierung des damaligen Präsidenten Andrew Johnson für einen Spottpreis von 7,2 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 6,18 Millionen Euro) Alaska von Russland. Danach kam bereits der Gedanke, Grönland und Island zu kaufen, die damals beide zu Dänemark gehörten. Ein formelles Angebot folgte aber nicht.

1917 ging die US-Gebietserweiterung mit den Inseln Saint Croix, Saint John und Saint Thomas, damals Dänisch-Westindien, in der Karibik weiter. Auch hier wurde zu Gold gegriffen, und zwar im Wert von 25 Millionen US-Dollar (umgerechnet 21,45 Millionen Euro). Die US-Amerikanerinnen und -amerikaner befürchteten, dass die Deutschen nach einer Invasion Dänemarks im Ersten Weltkrieg die Kontrolle über die Inseln erlangen könnten.

Das Weiße Haus äußerte bereits im 19. Jahrhundert den Gedanken, Grönland kaufen zu wollen.
Das Weiße Haus äußerte bereits im 19. Jahrhundert den Gedanken, Grönland kaufen zu wollen.(Bild: EPA/Mads Claus Rasmussen)

Nun erheben die USA ein weiteres Mal einen Besitzanspruch auf Grönland. „Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland zum Zweck der nationalen Sicherheit“, sagte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch. Es sei elementar für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr Golden Dome. Das Militärbündnis NATO solle den Weg für die Übernahme der Insel bereiten. „Wenn wir es nicht tun, werden es Russland oder China machen, und das wird nicht passieren“, sagte Trump weiter. Wie berichtet, sind die dänische und grönländische Regierung gegen die Pläne. Sie fordern eine stärkere Präsenz der NATO in der Arktis.

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