27 offene Kassenstellen für Allgemeinmedizin setzen die steirische Gesundheitsversorgung unter Druck. Ein neues „Hausarzt-Plus-Modell“ soll schon bald Einzelordinationen stärken – so die politische Vision.
Der Befund schmerzt: 27 offene Kassenstellen für Allgemeinmedizin in der Steiermark markieren einen Höchststand (wir haben am Dienstag berichtet), betroffen sind vor allem Regionen abseits der Ballungsräume. „Mit jedem Kilometer weiter weg von Graz wird die Besetzung schwieriger“, hatte Josef Harb, Leiter der steirischen ÖGK, zuletzt nüchtern bilanziert.
Nun reagiert die Politik. Der für Gesundheit zuständige ÖVP-Landesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) kündigt als Rezept gegen den Ärzteschwund ein neues „Hausarzt-Plus-Modell“ an. Dieses soll gezielt dort ansetzen, wo der Mangel am stärksten spürbar ist: in den kleineren, oft allein geführten Hausarztpraxen in den steirischen Regionen.
Kern der Idee ist, Vorteile, die Primärversorgungszentren (PVZ) genießen, auf klassische Einzelordinationen zu übertragen. Etwa, dass die Kosten für diplomiertes Pflegepersonal oder andere Gesundheitsberufe nicht ohne Unterstützung zu stemmen sind. In einem PVZ werden diese Leistungen in der Regel von der Österreichischen Gesundheitskasse und dem Gesundheitsfonds Steiermark stark mitfinanziert. Ziel sei es, Arztpraxen organisatorisch und personell zu stärken, ohne sie in neue Strukturen zu zwingen.
Längere Öffnungszeiten als mögliche Gegenleistung
„Die Zukunft der Gesundheitsversorgung liegt in der Vielfalt“, betont Kornhäusl gegenüber der „Krone“. Neben finanzieller Unterstützung will er etwa auch Erleichterungen bei der Anstellung anderer Ärzte prüfen. Als mögliche Gegenleistung nennt der Landesrat etwa erweiterte Öffnungszeiten oder ein breiteres therapeutisches und diagnostisches Angebot. Details müssen gemeinsam mit Ärztekammer und ÖGK ausgearbeitet werden.
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