Ein Hochwasserschutz soll im Süden der Landeshauptstadt auch zum Badeparadies werden. Doch bis es so weit ist, wird noch viel Wasser die Traisen hinunterfließen.
Fünf Jahre ist es her, als Bürgermeister Matthias Stadler wenige Wochen vor der Gemeinderatswahl erstmals Pläne für ein neues Naherholungsgebiet im Süden der Stadt präsentiert hat. Als Historiker weiß der SPÖ-Politiker natürlich: Geschichte wiederholt sich. Und so präsentierte Stadler am Montag wenige Tage vor dem neuen Urnengang den aktuellen Stand des Großprojekts, das jedoch von Beginn an auf einen Umsetzungszeitraum von zumindest zehn Jahren ausgelegt war.
Ermöglicht werden soll der Südsee – wie berichtet – durch Hochwasserschutzmaßnahmen. In diesem Zusammenhang wird die Traisen von der Ochsenburger Brücke bis zumindest zum Wimpassinger Steg renaturiert. „Sie hat eine gute Wasserqualität, ist über weite Strecken aber zu stark reguliert“, erklärt Hydrologe Hannes Gabriel. Der Fluss soll einen bis zu 300 Meter breiten Korridor als Spielraum für seine natürliche Entwicklung bekommen. „Diesen hatte die Traisen bereits vor ihrer Regulierung um 1910“, erklärt Gabriel. Die bestehenden Sohlstufen können dann rückgebaut werden.
Es können durch das Projekt hier naturnahe Bereiche geschaffen werden, die dem Wasser ebenso Raum geben wie den St. Pöltnern.
Bürgermeister Matthias Stadler
Weiter nördlich davon ist eine großflächige Geländeabsenkung geplant, die zusätzlichen Retentionsraum bei Hochwasser schafft. Diese soll auch als Erholungsgebiet genutzt werden – dem Südsee, der etwas kleiner als der Viehofner See im Norden der Stadt werden soll. 45 Hektar Grund besitzt die Stadt für das Gesamtprojekt bereits, bis zu 75 Hektar sollen es durch Kauf oder Tausch noch werden.
Besonderes Augenmerk legt man laut Stadler auf den Schutz des Grundwassers, eines der Hauptbedenken vor allem der Opposition. Denn auf der anderen Seite der Traisen liegt ein Brunnengebiet. Erkenntnisse soll dazu etwa ein eingerichtetes Grundwassermessnetz liefern, das ein Jahr lang beobachtet und auch Daten aus dem Hochwasser im September 2024 gesammelt hat. Sie wurden in das Projekt aufgenommen und werden in Kürze der Behörde vorgelegt.
Noch wichtige Gutachten ausständig
„Wir prüfen alle Aspekte“, betont Stadler. So sind die Pläne zwar fast fertig, aber noch hydrologische und naturschutzfachliche Gutachten und wasser- und naturschutzrechtliche Bewilligungen im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung ausständig, bis die Badehose auch tatsächlich ausgepackt werden kann.
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