Der Komödiant Victor Borge ist eine Legende – und dennoch von viele bereits vergessen. „Krone“-Kolumnist Robert Schneider über einen Mann, dessen Pointen genauso exakt saßen wie sein Smoking.
Der Begriff Comedian hätte ihn wohl nur eine verächtlich hochgezogene Augenbraue gekostet, und das, was sich heute als Humorist ausgibt, hätte er zurück in die Spielgruppe geschickt, wenn es die damals gegeben hätte. Der Däne Victor Borge (1903 – 2000) war ein musikalischer Komödiant von so feinsinnigem Zuschnitt, wie er nicht mehr gefunden wird. Seine Kunst bestand darin, der Sprödigkeit des klassischen Musikbetriebs eine lange Nase zu zeigen.
Victor Borge (eigentlich Børge Rosenbaum) wurde in Kopenhagen in eine jüdische Musikerfamilie hineingeboren. Aufgrund seiner hohen musikalischen Begabung erhielt er ein Klavier-Stipendium am Königlich Dänischen Konservatorium. In den 1930er-Jahren war er ein berühmter Pianist.
Bis er auf die Idee kam, seine Auftritte mit humoristischen Pointen und Parodien zu garnieren. Er machte sarkastische Witze über die deutschen Besatzer, weshalb er 1940 in die USA flüchten musste, wo er schließlich zu einer Legende wurde.
In New York hatte er in den 50er-Jahren eine One-Man-Show, die stets ausverkauft war. Sein Markenzeichen war der gediegene Smoking, eine überaus ironische Attitüde, blitzschnelle Pointen und ein stilvolles Auftreten. Unvergesslich ist der Sketch mit der Sopranistin Marylin Mulvey, die er zur Verdi-Arie „Caro nome“ begleiten soll, was im Chaos, aber hellem Gelächter beim Publikum endet. Oder die Episode, wie er eine Mozartoper in einem Akt erklärt („A mini Opera“). Der gemeinsame Auftritt mit Dean Martin gehört zu dem Witzigsten, was ich je an gehobenem Humor gesehen habe.
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