Eine alternde Gesellschaft und überschaubare Begeisterung für einen Pflegeberuf: Vor dieser Herausforderung steht auch das Land OÖ. Seit 2022 wurden erste Schritte zur Entschärfung der Situation gesetzt. Heuer stehen drei Schwerpunkte im Fokus – unter anderem die Eigenverantwortung der Betroffenen.
Angesichts der demografischen Entwicklung, sprich: der immer älter werdenden Gesellschaft, sei es wichtig, das Bewusstsein zu schaffen, dass „Pflege und Betreuung aktiv gestaltet“ werden müssen, sagt Cornelia Altreiter-Windsteiger. Dabei meint die Leiterin der Abteilung Soziales im Land OÖ auch die Betroffenen selbst. Ältere Menschen müssten Maßnahmen setzen, „um möglichst lang selbstbestimmt in der gewohnten Umgebung leben zu können“ – etwa das eigene Zuhause „durch Digitalisierung betreuungs- und pflegefit zu machen sowie bauliche Barrieren zu reduzieren“.
Damit würden Pflegeheime, mobile Dienste und Angehörige entlastet – doch ganz ohne Hilfe wird es freilich auch in Zukunft nicht gehen. Und Oberösterreich will sich auch dieses Jahr dafür rüsten.
Gewinnung von Pflegepersonal
Prioritär sei nach wie vor die Gewinnung von Pflegepersonal, sagt Soziallandesrat Christian Dörfel (ÖVP). Ausbildungen in digitaler Form und ein Ausbildungsstart schon ab 15 Jahren sollen u. a. ebenso dazu beitragen wie eine weitere Attraktivierung des Berufsbildes. Zudem soll 2026 mit insgesamt 84 Lehrgängen und 1878 zusätzlichen Ausbildungsplätzen ein „absoluter Höchststand“ erreicht werden. Schon 2025 befanden sich laut Dörfel mit 2239 so viele Personen wie noch nie in einer Pflege- und Betreuungsausbildung.
Ziel muss es sein, möglichst lang durch eigenes Zutun am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Cornelia Altreiter-Windsteiger, Leiterin Abteilung Soziales
„Sorgende Gemeinschaften“
Neben der oben erwähnten Eigenverantwortung der Betroffenen ist auch deren Umfeld gefordert. Durch die Vernetzung von bestehenden Pflege-Initiativen sollen heuer bis zu 30 sogenannte „Sorgende Gemeinschaften“ etabliert werden.
Entlastung durch Digitalisierung
Ein weiterer Schwerpunkt: die Digitalisierung. Durch Umstellung auf digitale Pflegedokumentation im mobilen und stationären Bereich soll das Pflegepersonal entlastet werden. Zudem sollen im Lauf des Jahres alle Alten- und Pflegeheime an die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) angeschlossen werden.
Insgesamt gibt das Land heuer 96,2 Millionen Euro für die Pflege aus.
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