Kasbergbahn vor Aus?

„Ohne Holding müssen wir den Schlüssel umdrehen“

Oberösterreich
08.01.2026 13:45

Die „Fördergenossenschaft Lebenswertes Almtal“ betreibt als Mitgesellschafter seit der Wintersaison 2023/2024 das 2023 in die Insolvenz geschlitterte Skigebiet am Kasberg. Jetzt stellen die Betreiber der Politik die Rute ins Fenster: Sollte das Skigebiet nicht in die OÖ Seilbahn Holding integriert werden, könnte nach Saisonende Schluss sein.

2023 schlitterte das Skigebiet am Kasberg im Almtal in die Insolvenz. Seither hat die „Fördergenossenschaft Lebenswertes Almtal“ als maßgeblicher Mitgesellschafter den Betrieb übernommen und laut eigenen Angaben in den vergangenen beiden Saisonen positive Erträge erwirtschaftet.

Winter als Hauptproblem
Trotzdem: „Der Tourismus war in den letzten Jahrzehnten in der Region rückläufig und das Hauptproblem liegt in der Wintersaison“, so Michael Stadler, Vorstand der Fördergenossenschaft. Im Skigebiet seien dringende Investitionen notwendig, um attraktiv zu bleiben.

Vollbeschneiung notwenig
Vorrangig sollen rund 30 Millionen in eine Beschneiungsanlage fließen, die statt der bisherigen Teilbeschneiung, eine Vollbeschneiung ermöglichen soll. „Das funktioniert bei uns nicht, deshalb mussten wir heuer auch später in die Saison starten“, so Stadler.

Antrag auf Eingliederung gestellt
Diese Investition könne die Fördergemeinschaft aus eigener Kraft nicht stemmen, daher wurde ein Antrag auf Eingliederung in die OÖ Seilbahn Holding gestellt. Was das an Wertschöpfung bringen könnte, hat Ökonom Friedrich Schneider von der Johannes Kepler Universität Linz im Auftrag der Fördergenossenschaft berechnet.

Ökonom rechnte Szenario vor
In seiner Studie geht Schneider davon aus, dass unter Voraussetzung des gesicherten Bergbahnbetriebs innerhalb von drei Jahren 88 Millionen Euro in moderne Beherbergungsbetriebe fließen könnten. „Das würde 68,5 Millionen Wertschöpfung im Inland und rund 940 gesicherte Arbeitsplätze bringen“, so Schneider. Ein laufender Betrieb könnte jährlich Nächtigungsumsätze von bis zu 16,1 Millionen Euro bedeuten.

Ein Aus am Kasberg könnte drohen
„Die Sicherung und Modernisierung des Bergbahnbetriebs am Kasberg ist volkswirtschaftlich sinnvoll und regional notwendig“, bringt es Karl Drack von der Fördergemeinschaft auf den Punkt. Laut ihm gibt es im Almtal nur zwei Szenarien: Entweder wird der Kasberg in die OÖ Seilbahn Holding aufgenommen, oder die Politik entscheidet gegen eine Aufnahme. „In diesem Fall werden wir mit 30. April den Schlüssel umdrehen, im Laufe des Jahres Rückbaubescheide anfordern und mit dem Abbau der Bahnen beginnen. Einen Plan C gibt es nicht“, so Drack.

Landesrat meldet sich zu Wort
Vom zuständigen Tourismuslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) heißt es dazu: „Derzeit läuft eine externe Prüfung der wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Situation sowie der Investitionserfordernisse der nächsten Jahre des Skigebietes Kasberg“. Die heute präsentierte Studie würde in die Prüfung einfließen. 

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