Von Bus überrollt

Israel: Toter bei Protest gegen Wehrpflicht

Ausland
07.01.2026 07:54

Bei einem Massenprotest Tausender ultraorthodoxer Juden gegen die Wehrpflicht, von der sie nunmehr nicht mehr ausgenommen sind, ist es am Sonntag in Jerusalem zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Mehrere Menschen wurden von einem Bus überrollt und schwer verletzt. Einer von ihnen überlebte nicht.

Der Busfahrer wurde laut Polizei festgenommen. Laut ersten Ermittlungen ereignete sich der Vorfall außerhalb des für den Protest vorgesehenen Bereichs. Dort habe es regulären Verkehr gegeben. Demonstranten hätten dort versucht, den Busfahrer an der Weiterfahrt zu hindern. Der Fahrer sagte den Angaben zufolge aus, Demonstranten hätten ihn angegriffen.

Streng religiöse Männer waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Diese ...
Streng religiöse Männer waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Diese Ausnahmeregelung lief jedoch vor rund eineinhalb Jahren aus. Seitdem rebellieren die Ultraorthodoxen gegen die neue Regelung.(Bild: AFP/ILIA YEFIMOVICH)

Demonstranten griffen Polizisten an
Laut der israelischen Zeitung „Haaretz“ nahmen rund 15.000 Ultraorthodoxe an dem Protest teil. Israels Polizei teilte mit, dass einige von ihnen Polizisten mit Gegenständen beworfen und Mülltonnen angezündet hätten. Zudem hätten Randalierer auch Journalisten angegriffen, hieß es weiter. Die israelische Polizei sei im Einsatz, um die „gewalttätige Unruhe“ aufzulösen.

Der Buschauffeur berichtete von einem Angriff auf sein Fahrzeug durch Demonstranten.
Der Buschauffeur berichtete von einem Angriff auf sein Fahrzeug durch Demonstranten.(Bild: AP/Ohad Zwigenberg)

Streng religiöse Männer waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Diese Ausnahmeregelung lief jedoch vor rund eineinhalb Jahren aus. Der israelischen Regierung gelang es nicht, ein neues Gesetz zu verabschieden, um diesen Sonderstatus für die Ultraorthodoxen zu zementieren.

Streit um Wehrpflicht gefährdet Netanyahus Regierung
Seitdem gibt es immer wieder große Proteste streng religiöser Juden gegen ihre Rekrutierung. Viele Ultraorthodoxe empfinden den Militärdienst als Bedrohung ihres frommen Lebensstils, unter anderem, weil Frauen und Männer gemeinsam dienen. Ein Redner habe auf der Demonstration die Wehrpflicht mit dem Holocaust verglichen, meldeten die „Times of Israel„ sowie die israelische Nachrichtenseite „ynet“. Der Streit um die Wehrpflicht gilt auch als Gefahr für den Fortbestand der rechtsreligiösen Koalition des Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu.

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