Vizebürgermeister Florian Kreibich sprach im „Krone“-Interview mit Reporterin Elisa Torner über viel zu seltene Tennis-Einheiten und Ex-Kanzlerin Angela Merkel.
„Krone“: Schön, dass es mit einem Essen im Cult im Volksgarten geklappt hat, Herr Kreibich! Oder soll ich einfach sagen: Servus Flo!
Florian Kreibich: Freut mich auch sehr! Das Cult ist eines meiner Stammlokale, ich bin ja Präsident des 1. Salzburger Tennisclubs STC.
Wie oft stehen Sie eigentlich selber am Platz?
Leider viel zu selten, dafür fehlt mir einfach die Zeit. Das letzte Mal war noch in der Sommerzeit. Ich spiele sowieso nicht so besonders gut, da kann ich besser reden. Also ich bin besser aufgehoben in meiner Funktion als Präsident. Pokale zu überreichen liegt mir mehr, als auf dem Platz zu stehen, ehrlich gesagt (lacht).
Wie viele Ämter haben Sie sonst noch inne? Worauf legen Sie Ihre Prioritäten?
Die absolute Priorität ist meine Familie – meine Frau und unsere drei Söhne. Aber natürlich, als ich das Vizebürgermeisteramt übernommen habe, habe ich sofort den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender von den Romantik-Hotels niedergelegt. Das hat mit den vielen Reisen doch sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Und beim Roten Kreuz bin ich noch. Diese Aufgabe liegt mir sehr am Herzen. Ungefähr zweimal im Monat mache ich Nachtdienst. Das erdet enorm. Weil man da in Situationen reinkommt, die einem sonst fremd sind, wo sich Not, Elend und Trostlosigkeit offenbaren. Dagegen erscheinen dann die Probleme des alltäglichen Lebens auf einmal klein.
Dass es kein leichtes Rennen um das Bürgermeisteramt der Stadt Salzburg wird in dieser kurzen Zeit, war mir durchaus bewusst.
Kreibich über die Wahl 2024
Haben Sie damals gleich zugesagt, als man Sie als Bürgermeister-Kandidat aufgestellt hat? Oder haben Sie dieses Vorhaben ein bisschen mit Zweifel beäugt?
Nein, das war jetzt nicht Plan A, aber diese Aufgabe bereichert mein Leben sehr. Ich war davor schon viele Jahre in der Politik tätig und habe diese Gelegenheit, die sich mir geboten hat, dann angenommen. Dass es kein leichtes Rennen wird in dieser kurzen Zeit, war mir bewusst. (Im Juli 2023 kündigte Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner an, 2024 nicht mehr zu kandidieren. Kreibich wurde als Nachfolger präsentiert. Er belegte bei der Bürgermeisterwahl am 10. März 2024 den dritten Platz, Anm. d. Red.)
Wir sind gerade dabei, ein Buswartehäuschen am Gaisbergspitz zu errichten. Das klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Denn es spielen viele Faktoren mit.
Kreibich über seine Gaisberg-Koordination
Haben Sie sich von Ihren Parteikollegen immer unterstützt gefühlt? Oder hätten Sie sich rückblickend mehr Unterstützung gewünscht?
Im Nachhinein kann man immer sagen, man hätte das eine oder andere anders machen sollen. Aber im Grunde genommen habe ich es so empfunden, dass die Partei vollkommen hinter mir gestanden ist.
Sie wollen 2029 wieder antreten. Mit welchen Argumenten wollen Sie die Wähler überzeugen?
Bei uns geht es darum, nicht ständig Weltverbesserung zu predigen, sondern den Leuten zuzuhören. Daraus wollen wir die entsprechenden Schlüsse ziehen für unser politisches Handeln.
Florian Kreibich wurde am 9. April 1969 in Salzburg geboren. 1996 schloss er sein Jus-Studium ab und führte später die K-B-K Rechtsanwaltskanzlei. Der Vater dreier Söhne engagierte sich in mehreren Vereinen und Aufsichtsräten sowie seit über 30 Jahren ehrenamtlich beim Roten Kreuz. Politisch war er ab 2004 Landtagsabgeordneter und ab 2019 Gemeinderat der Stadt Salzburg. Seit 2024 ist er Vizebürgermeister der Landeshauptstadt Salzburg.
Die Gaisberg-Koordination war schon davor Teil Ihres Aufgabengebietes. Wann kommt denn die Seilbahn auf den Berg? Oder wie schaut’s generell mit verkehrstechnischen Lösungen für die Zukunft aus?
Da sind wir gerade dabei, ein neues Buswartehäuschen am Gaisbergspitz zu errichten. Das klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Denn es spielen zum Beispiel der Ortsbildschutz und der Naturschutz mit. Es ist also ein relativ umfangreiches Projekt, aber wir sind guter Dinge, dass wir das Buswartehäuschen spätestens im Frühjahr errichten werden können. Auch ein Park&Ride-Parkplatz ist ein Thema für die Zukunft. Viele Gaisberg-Besucher steigen bei anderen Stationen, hinter dem Mirabellplatz ein. Wir haben insgesamt über 800.000 Besucher pro Jahr am Gaisberg. Die Interessen der Gäste müssen koordiniert werden, auch mit den Grundeigentümern. Das sind entweder die Bundesforste oder Private.
Zeit für mich und meine Familie nehme ich mir, indem ich am Abend, sobald ich nachhause komme, einfach das Handy ausschalte.
Kreibich über rare Freizeit
Apropos Gäste, da haben Sie in Ihrem Gaisberg-Hotel, der Gersbergalm, ja jährlich einen ganz besonderen: die ehemalige deutsche Kanzlerin Angela Merkel! Wie ist die so als Gast?
Sie ist derart unprätentiös und unkompliziert, dass sie eigentlich kaum auffällt, wenn sie zum Frühstücksbüffet geht.
Aber die dutzenden Polizisten und Sicherheitsleute, die Merkel stets begleiten, müssen doch auffallen?
Ja natürlich, sie nimmt selber Sicherheitspersonal mit. Und einen weiteren Teil muss ihr die Bundespolizei zur Verfügung stellen. Das war auch bei Richard von Weizsäcker (ehemaliger Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Anm. d. Red.) so. Der war früher auch regelmäßig Stammgast am Gaisberg.
Wo machen Sie gerne Urlaub, wie schalten Sie ab?
Seit 2014 sind wir regelmäßig in Bibione, wegen der Kinder. Inzwischen fühlen wir uns dort fast wie Zuhause. Ich bin ein absoluter Italien-Fan. Zeit für mich und meine Familie nehme ich mir, indem ich am Abend, sobald ich nachhause komme, einfach das Handy ausschalte.
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