31. März 2014

John Wayne

Sport
31.03.2014 08:59
Das mit der Langeweile in der For-mel 1 ist so eine Sache: Die österreichischen Mercedes-Chefs Niki Lauda und Toto Wolff werden sich über ihren Doppelsieg in Sepang genauso freuen wie Bayern-Legionär David Alaba über die 53 Spiele ohne Niederlage in der deutschen Fußball-Bundesliga. Meist regen sich ja nur die Dauer-Verlierer über fehlende Spannung auf.

Im Motorsport sorgen aber auch die Fans für Unmut – und darüber müssen die Herrscher der Königsklasse sehr wohl nachdenken: An die leiseren Motoren könnte man sich ja noch gewöhnen, aber an die aneinandergefädelte Autokolonne, die wie nach einem Freitagabend-Stau auf der Südosttangente dahintuckert, eher nicht. Die Piloten von heute, deren Vorgänger verwegene Haudegen gewesen waren, unkontrollierbare Egomanen, die auf Befehle justament mit dem Gegenteil reagiert hatten, sind zur Marionetten der Box geworden: Runter vom Gas, fahr ein bisschen schneller, aber ja nicht überholen! "Danke, ihr habt das gut exekutiert", funkte der gestrige Sieger Lewis Hamilton an seine Strippenzieher.

Das ist halt der Tribut, den die Formel 1 für ihre Daseinsberechtigung zahlen muss: Mit den 135 Litern, die nach den neuen Regeln nur noch im Tank sein dürfen, kann man keine eigenmächtigen Sprünge mehr machen. Jede Tempo-Beschleunigung muss wohl überlegt sein – dafür sammeln die Konzerne Erfahrungen für die Reduzierung des Treibstoffverbrauchs im Straßenverkehr, und das dient natürlich dem Umweltschutz.

Die neue Aufgabe der Asphalt-Cowboys ist die Bändigung ihrer Pferdestärken – John Wayne hat in diesem Sport ausgedient.

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