„Trauriger Schritt“

Gurktaler Traditionsfirma löst Bäcker-Dynastie ab

Kärnten
07.12.2025 12:00

Eine Bäcker-Dynastie hört am Fleischmarkt in Klagenfurt am 31. Dezember auf: Christopher Taumberger schließt für immer die Pforten. In Klagenfurt gibt es Taumberger seit 87 Jahren, die Geburtsstunde des Unternehmens war 1889 in St. Veit. Positiv: Es gibt ganz bekannte Nachfolger.

Zwei Brüder gründeten die Taumberger-Traditionsbäckerei vor 136 Jahren in St. Veit. 1938 zum Beginn des Zweiten Weltkrieges sperrte Hubert Taumberger auch in Klagenfurt auf. Die beliebte Bäckerei wurde zerbombt, Taumberger baute sie aber wieder auf. Nach dem Weltkrieg versorgte die Bäckerei die notleidende Bevölkerung mit Brot und Gebäck.

Jahre später wurde das Kaffeehaus zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt der Klagenfurter. Gebacken wird jetzt in der Schwendnergasse. Wenn man beim Stammhaus am Fleischmarkt vorbeischaut, fühlt man sich nur wohl. Viele Einheimische schauen auf ein Frühstück vorbei, von Arbeitern, Künstlern bis zu Adeligen.

Christopher Taumberger (62) hört mit der Bäckerei am Jahresende auf.
Christopher Taumberger (62) hört mit der Bäckerei am Jahresende auf.(Bild: Christopher Taumberger)

Taumberger hatte schon sechs Standorte
Dennoch macht Christopher Taumberger, der die Bäckerei vor 30 Jahren übernahm, am Jahresende Schluss. „Ich bin jetzt 62 und gesundheitlich nicht so gut drauf“, sagt Christopher. Der das Unternehmen weiter aufgebaut hat und zwischendurch sogar Chef von sechs Bäckereien war. Schon im Februar 2025 hörte er mit drei Filialen (Villacher Straße, Mießtaler Straße und Domplatz) auf, im August sperrte er zwei weitere Standorte zu, am Jahreswechsel hört er nun auch mit dem Stammhaus auf.

Nur Großbetriebe mit 100 Mitarbeitern überleben
„Ich hatte sogar einen neuen Backstubenleiter, das Risiko ist aber zu groß. Viele Bäckereien sterben, es ist eine unsichere Zeit. Wir haben uralte Rezepte im Haus, bei uns gibt es noch echte Handarbeit.“ Und die kann offenbar nicht überleben. „Es werden nur noch Großbetriebe mit über 100 Beschäftigten übrig bleiben“, sagt Taumberger.

Taumberger-Gebäck ist in der Herstellung teuer.
Taumberger-Gebäck ist in der Herstellung teuer.(Bild: Bäckerei Taumberger)

„Corona war der Wendepunkt. Wir hatten seither Lohnerhöhungen im zweistelligen Bereich. Klagenfurt hat die meisten Verkaufs-Quadratmeter aller Städte in Österreich, bleibt dennoch eine kleinere Stadt. Es ist ein sehr schwerer, trauriger Schritt für mich, aber ich kann die Mitarbeiter nicht mehr so einem Risiko aussetzen. Die Lohnnebenkosten steigen, wir haben Nachtarbeit, die Energiekosten fahren durch die Decke.“

Stammhaus soll nur zehn Tage schließen
Darum macht der Enkelsohn der Taumberger-Dynastie Schluss. „Es wird bei uns aber weitergehen“, verkündet Christopher. „Die Brüder Hannes und Martin Stocklauser, die den Betrieb im Gurktal schon in fünfter Generation führen, übernehmen. Es ist wie bei uns ein traditioneller Familienbetrieb. Sie haben auch schon unser Geschäft in der Bahnhofstraße übernommen. Hannes will unser Geschäft nur zehn Tage zusperren. Dann geht es weiter.“ Es wird ein Traditionsbetrieb bleiben. Die Klagenfurter sind dort auch künftig willkommen.

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