Die zarten Hoffnungen auf eine bessere Wirtschaftslage bleiben bislang unerfüllt: Das zeigt das neue Konjunkturbarometer der steirischen Wirtschaftskammer. Umsatz, Auftragslage, Personalstand: Der Ausblick auf das nächste Jahr ist wenig zuversichtlich.
Gab es im Sommer noch die Hoffnung, dass nach drei Jahren das Tränental endlich durchschritten ist, so kann das neue Konjunkturbarometer der steirischen Wirtschaftskammer als Rückschlag gewertet werden. Gut 61 Prozent der fast 800 befragten Firmen sehen eine Verschlechterung des Wirtschaftsklimas, gerade einmal sechs Prozent eine Verbesserung. Das ergibt einen Saldo von -54,7 Prozentpunkten – nur eine leichte Verbesserung im Vergleich zur letzten Umfrage (-58,7 Prozentpunkte).
Der Ausblick auf die nahe Zukunft ist sogar deutlich negativer als noch vor sechs Monaten: Mehr als die Hälfte der Unternehmen blickt dem nächsten Jahr skeptisch entgegen, der Saldo verschlechtert sich von -26,6 auf -43,2 Prozentpunkte. „Leider haben sich die leicht positiven Einschätzungen der Sommerumfrage nicht verfestigt, die Erholungstendenzen bleiben zögerlich“, sagten Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg.
Mehrheit der Firmen will Personal abbauen
Die eigene Geschäftslage wird – wie in den meisten Konjunkturbarometern – etwas besser beurteilt als die Gesamtlage, dennoch sind bei einer Mehrheit der Betriebe Umsatz (Saldo -4,1) und Auftragslage (Saldo -12,3) rückläufig. Bei den Investitionen herrscht weiterhin Zurückhaltung – zudem werden in der Regel nur Ersatz-, keine Neuinvestitionen umgesetzt. Auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt wird überwiegend negativ gesehen, bei 31 Prozent der Firmen wurde Personal abgebaut. Und jeder dritte Unternehmer erwartet, 2026 den Mitarbeiterstand zu reduzieren!
Kritik an höheren Tourismus-Abgaben
Besonders trüb ist die Wirtschaftslage laut Umfrage in der West-, Süd- und Oststeiermark, noch am zuversichtlichsten sind Unternehmer in der Region Murau-Murtal. Die Kammervertreter pochen darauf, dass es keine neuen Steuern und Abgaben geben darf. So wird auch die automatische Erhöhung der Tourismus-Interessentenbeiträge kritisch gesehen.
Passend dazu kritisierte der Wirtschaftsbund am Donnerstag, dass in Graz die Tourismus-Beiträge heuer um 12,2 Prozent steigen. Dabei gab es erst 2023 eine Erhöhung um 19,5 Prozent. Der lokale Wirtschaftsbund-Obmann Bernhard Bauer fordert Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) auf, die geplante Valorisierung sofort auszusetzen.
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