Domquartier

Mit Pauken und Trompeten durch den Advent

Salzburg
02.12.2025 20:30

Das Domquartier bietet Führungen zu „festlichem Lärm“ an. Warum Kanonenschüsse mal fast so populär wie „Last Christmas“ waren, wieso Mozart sich beim Komponieren beeilen musste und warum Martin Luther erst das Weihnachtsfest möglich gemacht hat. 

Dass man „We are the Champions“ und den Salzburger Fürsterzbischof mal in einem Satz nennt, kommt auch nicht jeden Tag vor. Doch nicht nur Fußballstadien brauchen musikalische Untermalung.

Mit Pauken und Trompeten haben sich auch die Salzburger Fürsterzbischöfe ankündigen lassen. Kanonenschüsse waren nicht verpönt, sondern populär. Heute mutet das fast ein bisschen kurios an. Spielte doch ein Trompeter selbst dann, wenn das Kirchenoberhaupt ganz allein speiste.

Der „festliche Lärm“ ist heuer das Thema der Sonderführungen (an Donnerstagen um 17 Uhr) in der Weihnachtszeit im Domquartier. Die Musik am Hof der Salzburger Fürsterzbischöfe steht im Mittelpunkt und wird von Hörproben begleitet. Passend dazu enden die Führungen mit dem traditionellen Turmblasen.

Früher war mehr Lametta – nicht nur bei Loriot
In den Führungen lernt man aber noch mehr. Wer heutzutage von „Last Christmas“ im Radio und der überbordenden Weihnachtsdeko genervt ist, der sollte sich mal entspannt zurücklehnen. Denn: Der Aufwand für Festivitäten war früher definitiv größer, erklärt Alexandra Hederer von der Abteilung Kunstvermittlung im Domquartier. Da mussten Hofkomponisten wie Mozart schon mal kurzfristig ein Stück komponieren, wenn’s pressiert hat. 

Martin Luther ganz pragmatisch
Nur: Weihnachten war in früheren Zeiten gar nicht so wichtig. Ausgerechnet der Reformator Martin Luther war es, der dem Fest erst seinen Glanz verliehen hat. Wenn auch nicht ganz uneigennützig. Schließlich verehren die Protestanten keine Heiligen und Luther wollte mit Weihnachten dem heiligen Nikolaus etwas den Rang ablaufen.

Noch etwas war anders: Gilt heute die Weihnachtszeit mitunter als Exzess der Völlerei, war sie früher eine Fastenzeit, verrät Alexandra Hederer. Ein Glück, dass diese Zeiten vorbei sind, wenn man nach der Führung noch über den Christkindlmarkt schlendert. 

Das traditionelle Christkindlanschießen auf der Festung leitet die Feiertage ein. Musik und Töne spielten auch historisch schon immer eine große Rolle in Salzburg.

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