Sebastian Rigby geht bei den Paralympics im Monoski für Österreich an den Start. Der Thalgauer sprach mit der „Krone“ über die Bedeutung der Veranstaltung, seine Ziele, seine Querschnittlähmung und warum er keine eigenen Wintersachen mehr braucht.
Die Teilnahme an Olympischen Spielen – das große Ziel von vielen Sportlern. Auch von Sebastian Rigby. Für den Thalgauer geht es in Erfüllung, er wird bei den am Freitag startenden Paralympics in Italien mit dabei sein. „Das ist echt ein Wahnsinn. Seit ich im Rollstuhl sitze, habe ich davon geträumt“, sagt er.
Ein Blick zurück: 2019 änderte sich für den heute 27-Jährigen das Leben schlagartig. Rigby erlitt einen Rückenmarksinfarkt, ein kompletter Querschnitt auf Höhe des elften Brustwirbels war die Folge. Vom Bauchnabel abwärts spürt der Salzburger nichts mehr. „Man fällt da natürlich zunächst einmal in ein Loch, weil man viele ganz normale Dinge nicht mehr machen kann“, erklärt er. Doch relativ schnell kam er dann zum Monoski-Sport. „Ich habe gemerkt, dass ich ein Talent dafür habe. Das hat mich dann enorm motiviert, immer besser zu werden.“
Seit drei Saisonen fährt er Rennen, die Teilnahme an den Paralympics – er startet im Slalom und im Riesentorlauf – ist sein bisher mit Abstand größtes Highlight. „Obwohl ich zuletzt sehr gute Ergebnisse hatte, habe ich mir eigentlich nicht gedacht, dass es schon heuer mit einer Qualifikation klappt. Mein eigentliches Ziel war eine Teilnahme im Jahr 2030, aber jetzt muss ich mir wohl ein neues Ziel stecken“, lacht Rigby, für den dieses Mal der olympische Gedanke („Dabei sein ist alles“) im Vordergrund steht: „Es gibt so viele gute Monoski-Fahrer. Zur absoluten Weltklasse fehlt mir noch ein bisschen etwas. Von einer Medaille zu reden, wäre daher vermessen.“
Familie ist in Italien dabei
Medaillenreif wird aber der Support von Rigby sein. „Aufgrund der geographischen Nähe kommen ganz viele Verwandte und Freunde nach Italien. Es ist für mich echt wunderschön, dass so viele dabei sind.“
Bis zu seinen Rennen (13. bzw. 15. März) bleibt noch ein bisschen Zeit, am Sonntag erfolgt die Anreise. Ein erstes Highlight war für Rigby, der im Sommer am liebstem Kitesurfen geht, bereits die Einkleidung mit dem österreichischen Team. „Das war speziell. Und cool ist, dass ich jetzt fast kein eigenes Winterzeug mehr brauche, weil wir so viel bekommen haben“, grinst er.
Die Karriere des gelernten Industriekaufmanns soll jetzt erst so richtig Fahrt aufnehmen. „Ich will mich voll auf den Sport fokussieren und hoffe, dass ich in naher Zukunft beim Heeres- oder dem Zollsport unterkomme.“ Eine Paralympics-Teilnahme auf der Visitenkarte ist dafür sicher kein schlechtes Argument . . .
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