Ein steirisches Forschungsteam will die Welt der Gebäudesanierung revolutionieren: Anstatt Staub und Dreck ins Haus zu bringen, werden von außen Module an der Fassade angebracht. In der Grazer Grüne Gasse entsteht ein Vorzeigeprojekt.
Eine energetische Gebäudesanierung, wie man sie kennt, bringt viel Lärm und Dreck mit sich. Da wird gebohrt, gestemmt, ein Gerüst aufgebaut – und die Bewohner müssen oft monatelang ausziehen. Mit der technologischen Innovation der „seriellen Sanierung“ setzen Steirer diesen Mühen nun ein Ende.
Wie bei einer Baustellenbesichtigung beim Studentenwohnheim in der Grüne Gasse in Graz demonstriert wurde, kann man sich die Arbeiten im Inneren sparen und stattdessen ein Modulsystem an der Fassade montieren. Die Elemente können individuell ausgestattet werden – etwa mit Wärmedämmung, Raumbelüftung, Photovoltaik, Kühl- oder Heizsystemen. Kostenpunkt: 750 bis 800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.
Dahinter steckt ein Großforschungsprojekt mit dem Namen „Renvelope“, das vor vier Jahren angelaufen ist. Federführend ist dabei das Institut AEE Intec aus Gleisdorf, das im Zuge dessen ermittelte, „dass rund 70.000 Gebäude alleine in Österreich für diese Methode geeignet wären“, sagt Geschäftsführer Christian Fink. Bei der Landesberufsschule Knittelfeld wurde eine solche Sanierung bereits erfolgreich vollzogen.
Geballtes steirisches Know-how
Entwickelt wurde die „Cepa-Energiefassade“ vom Schladminger Unternehmen Towern3000. Geschäftsführer Thomas Buchsteiner: „Unser Anspruch war es, dass das Produkt auch praktikabel für die Handwerksbetriebe, wie hier die Firma Haas Haus, ist.“ Uwe Nerwein von der Rottenmanner Siedlungsgenossenschaft, der das Studentenwohnheim gehört, bezeichnet die Herangehensweise als „Gamechanger“. Hätten alle Studenten ausziehen müssen, wäre das 1972 errichtete Haus wohl noch länger nicht saniert worden.
Zur Baustellenbesichtigung kamen auch Landeshauptmann-Stellverteterin Manuela Khom und Landesrätin Simone Schmiedtbauer (beide ÖVP). „Das ist eine Erfindung aus der Steiermark, die auch in der Steiermark von steirischen Betrieben umgesetzt wird“, freut sich Schmiedtbauer. Vom Land wird für das Projekt Wohnbauförderung ausgezahlt: „Sanierung vor Neubau ist unser Bekenntnis. Wir haben Klimaziele zu erreichen, und hier steht ein Teil der Lösung“, sagt Schmiedtbauer.
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