Leiche im Koffer

Stefanie P.: Polizei legt grausame Details offen

Steiermark
30.11.2025 10:59

Die Suche nach der vermissten Grazer Influencerin Stefanie P. hat ein tragisches Ende genommen: Ihr 31-jähriger Ex-Freund brach bei seiner mehrstündigen Einvernahme sein Schweigen. Am Samstag wurde dann ihre Leiche in einem Waldstück in Slowenien entdeckt. Bei einer Pressekonferenz gab die Polizei grausame Details zu dem Fall bekannt.

„Es ist nun traurige Gewissheit: Die Vermisste wurde tot in Slowenien aufgefunden – und das auch noch während der 16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen. Im Zuge der Einvernahme gestand gestern der 31-Jährige die Tat“, sagt Landespolizeidirektor Gerald Ortner. Am Sonntagvormittag luden die steirischen Ermittler gemeinsam mit ihren slowenischen Kollegen zu einer Pressekonferenz in Graz, um alle aktuell bekannten Details zum Fall Stefanie P. bekannt zu geben.

Blutreste klebten am Türstock
Markus Haas vom Landeskriminalamt Steiermark erklärt den Ermittlungshergang: Am Abend vom 23. November alarmierte eine Arbeitskollegin von Stefanie P. die Polizei, weil sie nicht zum vereinbarten Treffen gekommen war. Die Polizei eilte zu ihrer Wohnung, wo sie ihren Hund und ihren Ex-Freund vorfanden. Der 31-Jährige gab an, lediglich auf den Hund aufzupassen, doch am Türstock klebten Blutreste. Das reichte jedoch nicht für eine Festnahme.

Pressekonferenz in Graz (v. l.): Markus Haas (Landeskriminalamt Steiermark), ...
Pressekonferenz in Graz (v. l.): Markus Haas (Landeskriminalamt Steiermark), Landespolizeidirektor Gerald Ortner, Stanko Vidovič (Kriminalpolizei Maribor) und Christian Kroschl (Staatsanwaltschaft Graz)(Bild: Christian Jauschowetz)

Sofort startete man Zeugenbefragungen. Und diese ergaben brisante Details: Ein heftiger Streit war am Morgen gegen 8 Uhr wahrgenommen worden, wenig später hatte man den 31-jährigen Slowenen beobachtet, wie er „mit einer Art Plane oder Teppich auf der Schulter“ aus der Wohnung spazierte. Überwachungskameras zeigten, dass er noch am selben Nachmittag über die slowenische Grenze und wieder zurück in die Steiermark fuhr. Stefanies Handy ortete man übrigens im Grazer Bezirk Eggenberg.

Auto angezündet, um Spuren zu verwischen
Am 24. November wurde dann der Tatverdächtige am Parkplatz eines Casinos an der slowenischen Grenze gefunden. „Er hatte sein Auto mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und ist dann ins Casino gegangen, um sich Hilfe bei den Löscharbeiten zu holen“, erklärt Stanko Vidovič, Leiter der Kriminalpolizei in Maribor. So wollte er offensichtlich Spuren verwischen. Auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls wurde er daraufhin an die steirische Polizei ausgeliefert.

Vor der Wohnung von Stefanie P. stehen mittlerweile zahlreiche Kerzen.
Vor der Wohnung von Stefanie P. stehen mittlerweile zahlreiche Kerzen.(Bild: Christian Jauschowetz)

Erst nach stundenlanger Einvernahme brach er sein Schweigen: Er hatte die 31-jährige Grazerin ermordet, in einen Koffer gepackt und am Rücksitz seines Autos nach Slowenien gebracht. In einem Waldstück bei Mašperk lag der Koffer begraben. Zu den Vermutungen, dass sie erwürgt wurde, will man voerst nichts sagen. Die Leiche wird nun zur Obduktion nach Graz überstellt.

Bruder und Stiefvater des Verdächtigen wieder entlassen
Die Polizei bestätigt, dass die beiden eine On-off-Beziehung führten, zuletzt hatten sie sich getrennt. Bereits am Mittwoch waren auch der Bruder und der Stiefvater des Verdächtigen festgenommen worden. Sie wurden mittlerweile aus der Untersuchungshaft entlassen. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit waren sie nicht an der Tat beteiligt“, sagt Christian Kroschl von der Staatsanwaltschaft Graz. Durch das Geständnis bestehe auch keine Verdunkelungsgefahr mehr.

Der 31-jährige Tatverdächtige wurde in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Ihm drohen bis zu 20 Jahre oder gar lebenslange Haft. Landespolizeidirektor Ortner bedankt sich für die Zusammenarbeit mit den slowenischen Kollegen: „Der Erfahrungsaustausch ist essenziell – und die Sprachbarrieren sind kein Hindernis.“

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