Wird die umstrittene Traisental-Schnellstraße bei St. Pölten gebaut, oder nicht? Laut Freiheitlichen ist sie derzeit nicht als Neubauprojekt einkalkuliert.
Da droht ein Wahlkampfthema wieder hochzukochen: Der Bau der umstrittenen S34 von Wilhelmsburg nach St. Pölten scheint nach Informationen der Freiheitlichen gefährdet. Und das, obwohl sich in der Region SPÖ, ÖVP und Freiheitliche für die Errichtung aussprechen.
Ärger wegen Staus, Sorge um Ackerland
Eine rasche Verbindung ins und durchs Traisental, die Staus verhindert und Arbeitsplätze bringt, sehen die Einen in dem Projekt. Eine Betonwüste, die wertvolles Ackerland zerstört, meinen die anderen. Während der Amtszeit von Leonore Gewessler als Verkehrsministerin der Grünen wurden die Baupläne – die „Krone“ berichtete – ausgebremst.
Nach dem Regierungswechsel nahm die Diskussion um das Asphaltband wieder Fahrt auf. Doch nun scheint Verkehrsminister Peter Hanke erneut auf die Bremse zu steigen. „Offenbar will Hanke die Traisental-Schnellstraße jetzt endgültig im von seiner grünen Vorgängerin Anti-Autofahrer-Ministerin Gewessler ausgehobenen Grab beerdigen. Dass sie nicht in den Kostenkalkulationen für die präsentierten ASFINAG-Neubauprojekte enthalten ist, spricht eine klare Sprache und bestätigt indirekt bisherige Gerüchte in diese Richtung“, erklärt FPÖ-Generalsekretär und Verkehrssprecher Christian Hafenecker.
Die angebliche „Evaluierung“ könnte der Todesstoß für die Schnellstraße sein. Was nämlich nicht kalkuliert wird, das wird auch nicht gebaut!

Christian Hafenecker, FPÖ-Verkehrssprecher
Bild: SEPA Media
Für den Zentralraum Niederösterreichs, für die Bevölkerung St. Pöltens, die Bürger der Traisental-Gemeinden und des unter massiver Abwanderung leidenden Bezirks Lilienfeld wäre das laut Hafenecker „eine absolute Katastrophe“.
„Ich habe den Verkehrsminister auf die Gerüchte angesprochen und er konnte oder wollte darauf keine klare Antwort geben, sondern druckste mit ,Evaluierungen’ herum“, berichtet Hafenecker, der selbst im Bezirk Lilienfeld lebt.
Grünes Licht für Lobau, Nordautobahn
Während andere Projekte wie der Lobau-Tunnel und der Weiterbau der Nordautobahn im Weinviertel wieder Fahrt aufnehmen, ist bei der Traisental-Schnellstraße also Sand im Getriebe. Angeblich auch, weil noch ein Gerichtsverfahren um die Spange Wörth offen ist. Hafeneckers Konter: „Das ist eine reine Schutzbehauptung. Fix ist, was nicht kalkuliert wird, wird auch nicht gebaut.“
FPÖ will „weiter Druck machen“
Der FPÖ-Verkehrssprecher will weiter Druck machen: „Für die Entlastung der Menschen entlang der stark befahrenen Bundesstraße 20, die Reduktion der Verkehrsbelastung in der Stadt St. Pölten, die Verkürzung der Fahrzeiten für Pendler und eine positive Entwicklung der Region Lilienfeld ist die S34 unverzichtbar.“
Zukunftschance oder „Horror-Projekt“?
Hafenecker sieht in der Region die Mehrheit hinter sich: „Gerade bei der S 34 scheint dem Verkehrsminister offenbar komplett egal zu sein, dass es neben der kleinen, aber lauten Initiative der Gegner auch eine Gruppe von Befürwortern gibt, die die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung abbildet, der übrigens auch lokale Genossen Hankes angehören.“ Man vergebe Zukunftschancen und Entwicklungspotenziale für eine ganze Region.
Besorgte Bauern und Bürger entlang der geplanten Trasse warnen indes weiterhin vor dem Projekt und seinen Auswirkungen auf Umwelt und Menschen.

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