Der zweite Fall des neuen Frankfurter Teams dreht sich um das Verschwinden eines kleinen Mädchens. Ein weiterer gelungener Krimi mit Hinweis-Schnitzeljagd und großen Emotionen.
Im Frühherbst haben wir das neue Frankfurter Team erstmals kennen gelernt. Das Duo Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic) ermittelt in Altfällen, ein Novum in der „Tatort“-Geschichte. In der ersten Folge verstanden sich die beiden auf Anhieb gut, in ihrem zweiten Fall „Licht“ entdecken wir erste Risse in der Harmonie. Was dem Krimiabend ganz gut tut.
Aber im Vordergrund steht eindeutig die Suche nach einem seit Jahren vermissten Mädchen, die durch einen Social-Media-Aufruf der verzweifelten Mutter plötzlich wieder brandaktuell wird. Die Ereignisse überschlagen sich und die Spur führt die beiden ernsthaften Polizisten auf den Bauernhof einer Sekte. Dort geben die Mitglieder an, sich ausschließlich von Licht zu ernähren. Mit den Beamten will man dort so wenig wie möglich zu tun haben, Nachforschungen werden ihnen so schwer wie möglich gemacht. Doch besteht wirklich ein Zusammenhang mit der abgeschieden lebenden Gemeinschaft?
„Licht“ (20.15 Uhr, ORF 2) ist so wie der Vorgänger „Dunkelheit“ ein düsterer Krimi, der nicht von Effekthascherei, sondern von einer packenden Handlung lebt. Auch optisch bleiben die Szenenbilder gedämpft, was nicht weiter schwer ist, da sich das Büro der „Abteilung Altfälle“ in einem Keller befindet. Die neuen Ermittler sind stoische, hartnäckige Charaktere, Schmäh und Sarkasmus sucht man bei diesem Team vergeblich. Das heißt aber nicht, dass sie abgehärtet und überheblich sind, im Gegenteil: Azadi und Kulina gehen ihre Fälle sehr nahe, denn sie sind nicht mit dem grellen Anfangsschmerz der Angehörigen konfrontiert, sondern mit Menschen, die durch jahrelange Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit gebrochen wurden. Die Kombination aus cleverer Hinweis-Schnitzeljagd und diesen großen Emotionen ergibt einen Frankfurt-„Tatort“, auf den man sich künftig immer freuen kann.

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