Schock in Südostasien
800 Tote bei Unwetter-Horror, Hunderte vermisst
In Südostasien haben Unwetter gewütet, die mindestens 800 Menschen das Leben kosteten. Mehr als eine Million Menschen sind von der Katastrophe betroffen, hunderte werden aktuell noch vermisst. Viele Gebiete sind von der Außenwelt abgeschnitten, Hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen.
Sintflutartige Regenfälle haben Indonesien, Thailand und Malaysia in ein Krisengebiet verwandelt: Hunderte Tote und Vermisste, obdachlos gewordene Familien, viele von der Außenwelt abgeschnitten. Etwas weiter westlich auf Sri Lanka wütete Zyklon „Ditwah“, der fast 200 Menschen das Leben kostete, noch mehr werden vermisst. Am Wochenende beruhigte sich die Wetterlager allerdings etwas.
Über 400 Tote allein in Indonesien
Allein in Indonesien bestätigte die Regierung am Sonntag 435 Todesopfer. Drei Provinzen wurden von den Überschwemmungen und Erdrutschen verwüstet. Viele Gebiete waren von der Außenwelt abgeschnitten, die Telefonleistungen wurden beschädigt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Mehr als 210.000 Menschen mussten aus ihren Häusern flüchten.
Mit Hubschraubern wird nach den rund 400 Vermissten gesucht. Sie versorgen auch Menschen mit Hilfsgütern, die über die Straßen nicht erreicht werden können. Die Behörden berichten von Plünderungen der Hilfsgüter, denn in manchen Gebieten warten Menschen noch verzweifelt auf Hilfe.
Eine Bewohnerin berichtete, sie und ihre Familie seien vor den Überschwemmungen geflüchtet. „Das Wasser stieg einfach bis ins Haus und wir hatten Angst, also flohen wir. Als wir dann am Freitag zurückkamen, war das Haus weg, zerstört“, schilderte sie Reuters. Von dem Haus ist nur noch eine einzige Mauer übrig. Daneben baute die neunköpfige Familie nun ein Zeltlager auf.
Stärkster Regen seit 300 Jahren in Thailand
In Thailand wurde die Provinz Songkhla im Süden des Landes am härtesten getroffen, 131 der 170 thailändischen Todesopfer verstarben dort. In Hat Yai, der größten Stadt der Provinz, regnete es am Freitag so stark wie in den vergangenen 300 Jahren nicht, es wurden 335 mm Niederschlag gemessen. Doch auch davor und danach gingen beachtliche Wassermengen auf die Erde nieder.
Wetter-Entwarnung in Malaysia
18.700 Menschen müssen in Malaysia weiterhin in den Evakuierungszentren ausharren. Drei Personen starben bei der Katastrophe, eine Person wurde als vermisst gemeldet. 6200 Menschen aus Malaysia strandeten in Thailand, wie das malaysische Außenministerium mitteilte. In dem Land beruhigte sich die Wetterlage inzwischen. Meteorologen hoben ihre Warnungen vor Sturm und Dauerregen auf.
Immer noch Erdrutsche auf Sri Lanka
Auf Sri Lanka richtete Zyklon „Ditwah“ großen Schaden an. Mindestens 193 Menschen kamen durch die Erdrutsche und Überschwemmungen ums Leben, mehr als 220 gelten weiterhin als vermisst. Auch am Sonntag wurden neue Erdrutsche aus dem zentralen Hochland gemeldet. In einem Dorf im Nordosten des Landes brach zudem ein Wasserreservoir.
Am Samstag hatte „Ditwah“ Sri Lanka in Richtung Südindien verlassen, seither ließen die Regenfälle nach. Dennoch standen viele tiefergelegene Gebiete, auch in der Nähe der Hauptstadt Colombo, weiterhin unter Wasser. In Regionen, in denen es besonders heftig geregnet hat, kam es weiterhin zu Erdrutschen.
Such- und Rettungsteams evakuierten Betroffene per Flugzeug aus den überschwemmten Gebieten, verteilten Hilfsgüter und suchten nach Verschütteten. Präsident Anura Kumara Dissanayake hat Notstandsregelungen verhängt. Mehr als 5000 Häuser sind vollständig oder teilweise zerstört. Straßen, Brücken und Stromleitungen wurden beschädigt.

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