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„Wir haben es satt, nur Quotenfrauen zu sein!“

Burgenland
28.11.2025 08:24

Dass Frauen zu wenig gesehen werden, hat viele Gründe: strukturelle Benachteiligung, mangelndes Selbstbewusstsein, fehlende Solidarität. Ein neuer Event will das nun ändern. 

Obwohl die Weltbevölkerung zur Hälfte weiblich ist, sind Frauen in vielen Sparten nach wie vor unterrepräsentiert. Auch in der Musik-, Kunst-, Kultur- und Unterhaltungsbranche ist das so. Selbst wenn sie musikalisch genauso talentiert und qualifiziert sind wie Männer, werden sie systematisch benachteiligt.

Bei Festivals etwa sind Line-Ups zum Großteil männlich besetzt. Bei Podiumsdiskussionen sind Frauen ebenfalls häufig in der Minderzahl. Der politischen Korrektheit halber kommen sie vereinzelt als „Quotenfrauen“ zum Zug. Viele Betroffene empfinden das jedoch als Abwertung. Denn das Resultat ist am Ende des Tages das gleiche: Frauen werden weniger wahrgenommen, weniger gefördert, weniger gebucht. 

Aus Virgina Ernsts Idee wird eine kraftvolle Bewegung. Ernst ist mit einer Frau verheiratet. ...
Aus Virgina Ernsts Idee wird eine kraftvolle Bewegung. Ernst ist mit einer Frau verheiratet. 2021 bekamen sie ihren ersten Sohn.(Bild: Elisabeth Lechner)

Lieber gemeinsam statt allein und einsam
Um Künstlerinnen sichtbarer zu machen, hat die österreichische Singer-Songwriterin und Eishockeyspielerin Virginia Ernst 2018 die Konzert- und Eventreihe „#WEARE – Starke Stimmen, starke Frauen“ ins Leben gerufen. Seither finden jedes Jahr rund um den Weltfrauentag am 8. März Konzertabende statt, wo sowohl Newcomerinnen als auch etablierte Künstlerinnen zeigen können, was sie draufhaben. In Wien, Linz, Graz und St.Pölten werden Frauen im Rahmen dieses erfolgreichen Formats bereits vor den Vorhang geholt. 2026 ist es erstmals auch im Burgenland soweit.

„Die Mayerin“, Isabel Gaber und Kultur Betriebe-Chefin Claudia Priber freuen sich auf „ein ...
„Die Mayerin“, Isabel Gaber und Kultur Betriebe-Chefin Claudia Priber freuen sich auf „ein ausverkauftes Haus“.(Bild: Reinhard Judt)

Weibliches Empowerment
„Wir beide haben es satt, Quotenfrauen zu sein und eine Stutenbissigkeit unterstellt zu bekommen. Es gibt halt für uns Frauen wenig Platz in der Kulturlandschaft“, kritisieren die Musikerinnen Ulrike Mayer alias „Die Mayerin“ und Isabel Gaber von der Musik-Kabarettgruppe „Die Duetten“, die als Initiatorinnen und Hosts des Red-Carpet-Events fungieren.

„Mit einem Talk- und Konzertabend im Kulturzentrum Eisenstadt am 14. März möchten wir ein Zeichen für Selbstermächtigung, Gleichberechtigung und echten Zusammenhalt setzen und laden Interessierte ein, sich von den Acts inspirieren und ermutigen zu lassen.“

Die „Poxrucker Sisters“ singen oft über Rollenbilder und Frauenleben.
Die „Poxrucker Sisters“ singen oft über Rollenbilder und Frauenleben.(Bild: Crisp & Juicy)
Moderatorin Barbara Karlich wird nicht trällern, aber eine Lesung halten.
Moderatorin Barbara Karlich wird nicht trällern, aber eine Lesung halten.(Bild: Thomas Ramstorfer)
Auch Dialekt-Popperin Birgit Denk ist dabei.
Auch Dialekt-Popperin Birgit Denk ist dabei.(Bild: Kunsthaus Weiz/Georg Buxhofer)

Prominent besetzte Riege
Mit dabei auf der Bühne sind neben den beiden und Virginia Ernst u.a. Talkmasterin Barbara Karlich, Dialektpopsängerin Birgit Denk, das Schwestern-Trio „Poxrucker Sisters“, die Pianistin Clara Frühstück, die Geigerin Maria Sawerthal, die burgenlandkroatische Band „Idemo“ und die 19-jährige blinde Sängerin Sofia Reyna, die gerade mit ihrem Debütalbum „Half a girl“ durchstartet. Karten ab 30 Euro sind ab sofort hier erhältlich: www.weare-burgenland.at

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