Hofft auf Energie-Deal

Orbán trifft heute Putin: „Ich fahre nach Moskau“

Außenpolitik
28.11.2025 08:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schon am heutigen Freitag trifft sich Ungarns Premier Viktor Orbán mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Das hat der Kreml inzwischen bestätigt. Er werde mit Putin über Öl- und Gaslieferungen nach Ungarn sowie über Bemühungen um Frieden in der Ukraine sprechen, kündigte Orbán an.

Ungarische und russische Medien hatten bereits über ein geplantes Treffen der beiden berichtet, offiziell bestätigt wurde es bisher jedoch nicht.

Gespräche über Frieden „kaum vermeidbar“
Orbán gab seinen Plan, Putin zu treffen, in einem Videointerview auf seiner Facebook-Seite bekannt. Er werde nach Moskau fahren, „um sicherzustellen, dass die Energieversorgung Ungarns für den Winter und das nächste Jahr gesichert ist.“ Auf die Frage, ob auch die Friedensbemühungen in der Ukraine auf der Tagesordnung stehen würden, antwortete Orbán: „Das können wir kaum vermeiden.“

Putin streut Orbán Rosen
Putin hatte sich erst am Donnerstag zu einem möglichen Moskau-Besuch Orbáns geäußert. Putin würde sich freuen, wenn Orbán als zuverlässiger Partner diese Einladung annehmen würde, erklärte er auf einer Pressekonferenz in Bischkek, der Hauptstadt Kirgisistans. Über Orbán sagte der Kreml-Chef: „Wir kennen seine Position, und sie ist meiner Meinung nach durchaus objektiv. Er gehört zu jenen Menschen, die die Realitäten der Welt erkennen und ihre politische Position auf der Grundlage dieser Realitäten formulieren.“

Der ungarische Ministerpräsident verfolgt eine feindselige Politik gegenüber seinem Nachbarn Ukraine und pflegt gute Kontakte zu Putin. Ganz im Sinne Moskaus bestritt er mehrmals, dass die Ukraine ein souveräner Staat ist.

Auch während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben Putin und Orbán immer wieder direkte Gespräche geführt, was in der EU für Kritik sorgte. Zuletzt gab es im Juli 2024 ein Treffen im Kreml – Ungarns Premire traf dort wenige Tage nach seiner ersten Reise nach Kiew nach Kriegsbeginn ein. Er inszenierte den Aufenthalt in Moskau als Friedensmission. Budapest hatte damals turnusgemäß die EU-Ratspräsidentschaft inne. Die EU betonte jedoch, dass Orbán nicht in ihrem Namen spreche.

Verlässlicher Quertreiber in der EU
Zuletzt unterstützte der rechtskonservative Regierungschef den ursprünglichen US-Friedensplan für ein Ende des Kriegs in der Ukraine, den Kritiker als russische Wunschliste bezeichneten. Bei Nachverhandlungen mit Europäern und Ukrainern sollen einige Punkte entschärft worden sein. Russland will zu dem Plan nächste Woche Gespräche mit US-Vertretern in Moskau führen. Orbán behauptete, die EU hätte den ursprünglichen Trump-Plan „sabotiert“, weil sie den Krieg fortsetzen wolle.

Orbán (li.) traf Selenskyj 2024 in Kiew, Hilfe darf der ukrainische Präsident von ihm aber nicht ...
Orbán (li.) traf Selenskyj 2024 in Kiew, Hilfe darf der ukrainische Präsident von ihm aber nicht erwarten.(Bild: EPA/ZOLTAN FISCHER/HANDOUT)

Ungarn ist neben der Slowakei das einzige EU-Land, das noch Rohöl aus Russland bezieht und ist zudem in hohem Maße abhängig von russischen Erdgaslieferungen. In den vergangenen Jahren verhinderte Orbán immer wieder Sanktionen gegen Russland.

FPÖ begrüßt Treffen in Moskau
Harald Vilimsky, freiheitlicher Delegationsleiter im Europäischen Parlament, begrüßte das Treffen Orban-Putin: Für Frieden in der Ukraine brauche es „zwingend“ Gespräche mit beiden Seiten.

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