Sonnenschein pur, tiefe Temperaturen, Traumbedingungen für Skifahrer und Tourengeher: Mit Sorgen blicken die Tiroler Lawinenwarner auf die Berge. Nachdem der große Lawinenabgang am Donnerstag am Stubaier Gletscher mit acht Verschütteten letztendlich doch recht glimpflich ausgegangen war, könnte es heute, Freitag, wieder brenzlig werden. „Die aktuelle Situation erfordert Zurückhaltung“, betonen die Experten!
Vorsicht sei insbesondere in sehr steilen Schattenhängen oberhalb von rund 2200 Metern geboten. „Dort sind kantig aufgebaute Schwachschichten im Altschnee störanfällig. Bereits einzelne Personen können stellenweise Lawinen auslösen. In den schneereichen Regionen in Nordtirol sind diese meist mittelgroß, im vergletscherten Hochgebirge können Lawinen vereinzelt auch groß werden“, heißt es vom Lawinenwarndienst Tirol.
„Aktuelle Situation erfordert Zurückhaltung“
Die aktuelle Situation erfordert jedenfalls erhöhte Vorsicht und Zurückhaltung. Dies hätten „personenausgelöste Schneebrettlawinen“ am Donnerstag bereits gezeigt – unter anderem am Stubaier Gletscher, wo im freien Gelände acht Wintersportler verschüttet und letztlich gerettet werden konnten. Zwei mussten mit Notarzthubschraubern abtransportiert werden.
Die Gefahrenstellen sind für Wintersportler nur schwer zu erkennen.
Experten vom Lawinenwarndienst Tirol
Seit Anfang der Woche gab es auf Tirols Bergen gebietsweise bis zu einem halben Meter Neuschnee. „Dieser Neuschnee liegt vor allem an West-, Nord- und Osthängen oberhalb von etwa 2200 Metern auf einem geringmächtigen und oft schwach aufgebauten Altschneefundament. Potenzielle Schwachschichten finden sich hier in Form von kantigen Kristallen, welche mitunter von einer Schmelzkruste, verursacht durch zwischenzeitlichen Regen, überdeckt sind“, heißt es von den Lawinenexperten weiter.
Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu
Die Gefahrenstellen seien für Wintersportler nur schwer zu erkennen - dies vor allem deshalb, weil der Neuschnee nördlich des Alpenhauptkamms mit relativ wenig Windeinfluss gefallen ist. Solche Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu, so die Experten weiter.
Startschuss für den täglichen Lawinenreport
Heute, Freitag, startet der tägliche Euregio-Lawinenreport in Tirol, Südtirol und dem Trentino in seine achte Wintersaison. Jeweils um 17 Uhr werden Prognosen zur Lawinensituation für die darauffolgenden 24 Stunden in der jeweiligen Zielregion hier zur Verfügung gestellt.
Großeinsatz am Stubaier Gletscher
Beim Lawinenabgang im freien Skiraum am Stubaier Gletscher sind Donnerstagvormittag acht Wintersportler – fünf Deutsche, zwei Bulgarinnen und eine 19-jährige Österreicherin – (teil-)verschüttet worden. Ein Großeinsatz war die Folge. Drei der Variantenskifahrer wurden verletzt, teilte die Polizei mit. Zwei wurden ins Krankenhaus Hall geflogen.
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