Melilla unter Druck

Mehr als 100 Afrikaner stürmten spanische Exklave

Ausland
24.02.2014 16:18
Zum zweiten Mal binnen einer Woche haben afrikanische Flüchtlinge die spanische Nordafrika-Exklave Melilla in Marokko gestürmt. Etwa 500 Afrikaner hätten versucht, in einem Massenansturm die Grenzbefestigungen zu überwinden, mehr als 100 sei dabei laut den spanischen Behörden die Flucht gelungen. Bei dem Zwischenfall wurden laut dem marokkanischen Innenministerium 27 Menschen verletzt - darunter auch mehrere Grenzbeamte.

Die Afrikaner seien demnach ungewöhnlich gewaltsam vorgegangen, sie hätten Polizisten mit Steinen beworfen und mit Knüppeln angegriffen. Spanische Grenzbeamte hätten die marokkanische Gendarmerie unterstützt, um den Ansturm aufzuhalten.

Dies war der zweite Massenansturm dieser Art innerhalb von sieben Tagen. Am Montag voriger Woche waren 150 Flüchtlinge nach Melilla gelangt (siehe Story in der Infobox). Bei der westlich gelegenen Nordafrika-Exklave Ceuta waren am 6. Februar mindestens 15 Afrikaner bei dem Versuch, schwimmend auf spanisches Gebiet zu gelangen, im Meer ertrunken. Die spanische Tageszeitung "El Pais" hatte erst vor Kurzem von einem "enormen Migrationsdruck" auf die beiden Exklaven gesprochen und sich dabei auf Polizeiberichte berufen.

Zahl der abgefangenen Flüchtlinge fast verdoppelt
An den südlichen Grenzen zur EU wurden im dritten Quartal 2013 fast doppelt so viele Flüchtlinge abgefangen wie im Vorjahreszeitraum. 42.628 Einwanderer seien zwischen Juli und September aufgegriffen worden, hatte die EU-Grenzschutzagentur Frontex in der Vorwoche auf ihrer Internetseite mitgeteilt. Im dritten Quartal 2012 war die Zahl demnach bei 22.093 Flüchtlingen gelegen.

Hintergrund für die enorme Zunahme seien die verstärkten Kontrollen im Mittelmeer und in der Ägäis. Die meisten Flüchtlinge stammen dem Bericht zufolge aus Syrien, Eritrea, Somalia und Ägypten. Ihre lebensgefährliche Reise durch das Mittelmeer starten sie in der Regel an den Küsten Libyens oder Ägyptens. Allein 20.000 Einwanderer waren demnach im dritten Quartal 2013 von den Grenzschützern davon abgehalten worden, über die italienische Insel Sizilien in die EU zu gelangen.

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