Nur wenige Tage nach einem Chat-Skandal hat im politischen Washington der Fund einer amerikanischen Hakenkreuz-Flagge erneut für Wirbel gesorgt. Die Swasitka wurde im Büro eines republikanischen Kongressabgeordneten entdeckt – der eine abenteuerliche Begründung für die Nazi-Symbolik lieferte ...
Die Flagge hing im Büro des republikanischen Abgeordneten Dave Taylor aus Ohio. Entdeckt wurde sie am Dienstag während einer Videokonferenz, als ein Mitarbeiter vor der Flagge saß. Ein anderer Teilnehmer des Gesprächs bemerkte das Symbol, machte ein Foto und leitete es weiter. Am Mittwoch wurde das Bild vom Nachrichtenportal „Politico“ veröffentlicht und verbreitete sich rasch im Internet, was zu breiter öffentlicher Empörung führte.
Abgeordneter fühlt sich als Opfer
Am Donnerstag reagierte Dave Taylor mit einer offiziellen Stellungnahme auf die Vorwürfe. Er erklärte, dass sein Büro und zahlreiche andere Büros der Republikaner Opfer einer gezielten Aktion geworden seien. Eine bisher unbekannte Person oder Gruppe habe die manipulierten Flaggen verteilt.
Laut Taylor war das Hakenkreuz-Symbol auf den Flaggen so angebracht, dass es „für das bloße Auge zunächst nicht von einer gewöhnlichen amerikanischen Flagge zu unterscheiden war“. Der rechte Sender Fox News berichtete gar von einer „optischen Illusion“. Mit dem Fall vertraute Personen würden behaupten, die Swastika sei „leicht zu übersehen“ und nur auf Bildern oder Videos deutlich zu erkennen.
An der Version von Taylor kamen jedoch recht schnell Zweifel auf. Ein Mitarbeiter erklärte gegenüber „Politico“, das Hakenkreuz sei „mit bloßem Auge klar ersichtlich“ gewesen. Taylor bezeichnete den Vorfall jedenfalls als eine List und betonte, dass die Flagge sofort entfernt wurde, nachdem das Symbol „entdeckt“ worden war.
Der Republikaner hat nach eigenen Angaben die Polizei des Kapitols eingeschaltet, um den Vorfall zu untersuchen. Zudem habe eine interne Untersuchung ergeben, dass kein Mitarbeiter seines Büros „wissentlich ein solch verabscheuungswürdiges Bild“ zeigen würde. Er verurteilte Hass in jeder Form und erklärte, eng mit den Behörden zusammenzuarbeiten.
Donald Trumps verlängerter Arm im Repräsentantenhaus, Sprecher Mike Johnson, erklärte: „Das sind nicht die Prinzipien der republikanischen Partei. (...) Wir haben die Nazis und ihre böse Ideologie bekämpft.“ Die Republikaner seien die Partei der „menschlichen Würde“ (siehe Tweet oben).
Nazi-Chats erschüttern Republikaner
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf radikale Tendenzen bei den Republikanern. Erst am Dienstag hatte „Politico“ über Chatprotokolle junger Parteifunktionäre berichtet. In diesen sollen rassistische Beleidigungen, Holocaust-Anspielungen und offene Bewunderung für Adolf Hitler ausgetauscht worden sein.
US-Vizepräsident JD Vance spielte die Enthüllungen in der „Charlie Kirk Show“ jedoch – wie berichtet – herunter und tat sie als „kindliche Dummheiten“ ab. US-Medien zufolge sind acht der elf beteiligten Personen jedoch zwischen 24 und 35 Jahre alt.
Zu den Teilnehmern des Chats gehörten führende Funktionäre aus New York, Kansas, Arizona und Vermont – darunter Staatsbedienstete und Parteimitarbeiter. Mindestens eine Person im Telegram-Chat arbeitet in der Trump-Regierung. Die rund 28.000 Nachrichten würden laut „Politico“ eine „Kultur alltäglicher Hetze“ in der republikanischen Partei dokumentieren, in der Gewaltfantasien, Rassismus, Antisemitismus und Misogynie normalisiert werden würden. Ein Beispiel: In den Nachrichten wurden Vergewaltigungen als „episch“ bezeichnet.
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