Kind in OP-Saal, Drogen-Clan, pädophiler Berufsschullehrer und Stern-Bar: Nach der Sommerpause stehen an den steirischen Gerichten mehrere aufsehenerregende Verhandlungen an. Teilweise wird sogar internationale Presse erwartet!
War es im Sommer an den steirischen Gerichten etwas ruhiger, versprechen die nächsten Wochen nun aber wieder richtig spannend zu werden. Hier ein Überblick über interessante anstehende Verhandlungen.
Seit 15. September steht der Ex-Herausgeber der Zeitschrift „Aula“ wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung vor Gericht. Rund 250 Beispiele hat der zuständige Staatsanwalt in seiner 180 Seiten starken Anklage aufgelistet, in der unter anderem Rassenlehre und Antisemitismus im Zentrum stehen.
Unglaubliches wird einem ehemaligen Berufsschullehrer vorgeworfen: Wie die „Krone“ kürzlich enthüllte, soll der Mann fast 25 Jahre lang in ärmlichen Verhältnissen lebenden Frauen auf den Philippinen Geld für entsetzliche Bilder und Videos ihrer Kinder geboten haben. Ein zum Tatzeitpunkt erst zwölf Jahre altes Mädchen besuchte er sogar und missbrauchte es. Mit seiner eigenen minderjährigen Tochter führte er über Jahre hinweg eine sexuelle Beziehung, weswegen die Staatsanwaltschaft Graz auch die Blutschande angeklagt hat. Verhandelt werden könnte im September.
Am 14. Oktober steht dem Bezirksgericht Graz-Ost ein Fall mit äußerster Brisanz bevor, auch internationale Presse wird berichten. Dann muss sich jene Ärztin verantworten, die ihr Kind (12) in den OP der Grazer Neurochirurgie schleuste und es – laut Strafantrag – ein Loch in den Kopf eines Notfallpatienten bohren ließ. Mitangeklagt ist ein zweiter Chirurg, der den Vorgang eigentlich hätte durchführen sollen.
Ab 29. September wird es im Leobener Schwurgerichtssaal besonders spannend. Denn es müssen sich – was Seltenheitswert hat – drei Männer und eine Frau wegen ihrer Drogengeschäfte vor einem Geschworenengericht verantworten. Das erklärt sich durch den Paragraf 28a Absatz 5 im Suchtmittelgesetz: So müssen die führenden Köpfe eines großen Drogen-Clans mit bis zu lebenslanger Haft rechnen – für Haftstrafen dieses Ausmaßes sind laut Strafprozessordnung Geschworenengerichte zuständig.
Nur selten klappt es, die Anführer zu erwischen – in diesem Fall dürfte es funktioniert haben – die zuständige Staatsanwaltschaft geht zumindest davon aus. In Summe soll der Clan mit rund 1,5 Tonnen Cannabis und Hunderten Kilo Kokain gedealt haben. Die Strukturen des Clans waren wie eine Firma äußerst professionell organisiert, auch vor massiven Gewalteinwirkungen mit Waffen und Folter schraken die Mitglieder nicht zurück.
Bereits zwei Verhandlungen zum verheerenden Brand in der Silvesternacht 2023/24 im Grazer Lokal Stern haben am Landesgericht Graz stattgefunden. Angeklagt ist der Pächter, da aus Sicht der Staatsanwaltschaft Graz das Feuer-Inferno vermeidbar gewesen wäre. Der Angeklagte fühlt sich nicht schuldig, die Behörden hätten nichts Grobes beanstandet. Am 30. Oktober könnte ein Urteil fallen.
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