Die Kulturszene ist in Schockstarre: Harald Serafin, langjähriger Intendant der Seefestspiele Mörbisch und als „Mister Wunderbar“ weit über die Grenzen des Burgenlands hinaus bekannt, ist am Montag verstorben. Kaum war die traurige Nachricht bekannt, überschlugen sich bereits die Reaktionen aus Politik, Kultur und Gesellschaft.
Der Tod des langjährigen Intendanten der Seefestspiele Mörbisch, Harald Serafin, rief am Montagnachmittag zahlreiche Reaktionen hervor. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) fand bewegende Worte und würdigte Serafins Lebenswerk auf „X“: „Mit Harald Serafin hat heute ein ganz großer Österreicher die Bühne für immer verlassen. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Weggefährten.“
Auch Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) erinnerte in einer Aussendung an den Künstler, der wie kaum ein anderer Lebensfreude versprühte: „Harald Serafin war eine prägende Persönlichkeit der österreichischen Nachkriegskultur. Er war nicht nur ein begnadeter Sänger und Kulturmanager, sondern ein wahrer ‘Entertainer des Lebens‘, der mit unvergleichlicher Eleganz Lebensfreude, Stil und Humor verkörperte. Damit berührte und begeisterte er viele Generationen.“
Burgenland verliert seine Galionsfigur
Besonders getroffen zeigt sich das Burgenland – dort schrieb Serafin mit den Seefestspielen Kulturgeschichte. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) erklärte: „Mit Harald Serafin verlieren wir nicht nur einen großartigen Künstler, sondern auch einen außergewöhnlichen Menschen und eine Galionsfigur für das Kulturland Burgenland. Er wird uns als grandioser Kammersänger, großartiger Entertainer, Liebling der Nation und ‘Mister Wunderbar‘ in Erinnerung bleiben.“ Die einzigartige Erfolgsgeschichte der Seefestspiele Mörbisch sei laut Doskozil bis heute untrennbar mit Harald Serafin verbunden.
Mit Harald Serafin verlieren wir nicht nur einen großartigen Künstler, sondern auch einen außergewöhnlichen Menschen und eine Galionsfigur für das Kulturland Burgenland.
Hans Peter Doskozil (SPÖ)
Bewunderung auch aus der Bundeshauptstadt
Auch in der Bundeshauptstadt ist die Trauer groß. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) schrieb in einer Aussendung: „Harald Serafin hat nicht nur – quasi aus dem Nichts – die Seefestspiele Mörbisch zum Zentrum der Operette gemacht, sondern auch die Wiener Theaterlandschaft immens aufgewertet.“ Seine Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) betonte Serafins besondere Ausstrahlung:
„Eine Ausnahmepersönlichkeit, die auf faszinierende Weise die Kunst der Unterhaltung beherrschte.“
Auch im Nachbarbundesland zeigt man sich tief bewegt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) erklärte:
„Die Gespräche mit Harald Serafin waren immer ‘wunderbar‘. Er hat Zeit seines Lebens Lebensfreude vermittelt und diese Lebensfreude auf der Bühne wie im persönlichen Miteinander spürbar gemacht. Wir verneigen uns vor einem großen Künstler und sagen Danke für unzählige unvergessliche Momente.“
„Unverwechselbare Stimme der Kultur“
Der Kultursprecher der Wiener Volkspartei, Karl Mahrer, brachte es in einer Aussendung auf den Punkt:
„Mit Harald Serafin verliert Österreich nicht nur einen herausragenden Künstler, sondern auch eine unverwechselbare Stimme der Kultur.
„Krone“: Haben Sie eine Vorstellung vom Tod?
Harald Serafin: Jede Krankheit hat ihren eigenen Tod. Ich habe überhaupt keine Angst vor ihm. Wenn er kommt, dann soll er mich streichelnd mitnehmen. Und vielleicht ein Liedchen dabei pfeifen. „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“.
Was bleibt von Harald Serafin?
Wenig. Vier CD’s. Viele Fernsehaufzeichnungen. Mein Buch „Nicht immer war es wunderbar“. Und eines ist klar. Wie ich das Publikum geliebt, gestreichelt und beglück habe – das kommt alles zurück. Ich merk‘s schon jetzt.
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Grünen-Chef Werner Kogler schrieb auf „Bluesky“:
„Mit großer Betroffenheit habe ich vom Tod Harald Serafins erfahren. Er hat Operette gelebt, geprägt und erklärt – als Künstler, als Brückenbauer zwischen Publikum und Kultur und als unverwechselbare Persönlichkeit von Strahlkraft.“ Und auch Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp betonte die Bedeutung Serafins: „Er hat es geschafft, der Operette neues Leben einzuhauchen und damit Generationen für diese Kunstform zu begeistern.“
Lebensfreude war sein Markenzeichen
Als Intendant der Seefestspiele Mörbisch schrieb Serafin Kulturgeschichte. Unter seiner Leitung wurde die Seebühne am Neusiedler See zu einem Besuchermagneten weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Sein Spitzname „Mister Wunderbar“ wurde zu einer Art Markenzeichen – und symbolisierte das, was er wie kaum ein anderer verkörperte: Lebensfreude pur.
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