Nach Verzögerungen

Missbrauchsprozess gegen Stronach gestartet

Ausland
12.02.2026 21:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach mehreren Verzögerungen und einer kurzfristigen Vertagung wegen neuer Dokumente, die die Verteidigung einsehen wollte, hat am Donnerstag der Prozess gegen Magna-Gründer Frank Stronach wegen Missbrauchsvorwürfen offiziell begonnen. Der 93-Jährige, der sich nicht schuldig bekennt, war am ersten Verhandlungstag anwesend.

Die stellvertretende Staatsanwältin Julia Bellehumeur legte zunächst die Vorwürfe gegen den Milliardär dar. Sie beschrieb laut CBC, dass mehrere Fälle einem einheitlichen Muster folgen würden: So soll Stronach Frauen in eine Wohnung in Toronto mitgenommen, sie dann überwältigt und sexuell missbraucht haben, so Bellehumeur. Die Übergriffe seien ohne Zustimmung der Frauen erfolgt, Stronach habe das „gewusst oder bewusst ignoriert“.

Zwölf Frauen haben geklagt
Am ersten Tag Im Anschluss machte eine der sieben Klägerinnen ihre Aussage. Sie sei 1981 von Stronach sexuell genötigt worden. Insgesamt werden laut CBC die Anschuldigungen von zwölf Frauen gegen Stronach in Kanada verhandelt, wobei diese in zwei Verfahren gesplittet wurden. Beim Prozess in Toronto werden die Vorwürfe von sieben Frauen behandelt, die übrigen Vorwürfe sollen später im Jahr in Newmarket (Ontario) verhandelt werden.

Ursprünglich hätte der Prozess bereits vor mehr als einer Woche starten sollen. Stronachs Verteidigerin, Leora Shemesh, hatte jedoch das kanadische Gericht zunächst um Aufschub gebeten, um neue Unterlagen sichten zu können. Wenige Tage später stellte sie einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens, da sie befürchte, dass einige Zeugen von der Staatsanwaltschaft beeinflusst („coached“) wurden.

Magna-Gründer Frank Stronach (93) muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht verantworten.
Magna-Gründer Frank Stronach (93) muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht verantworten.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Vorwürfe reichen bis ins Jahr 1977 zurück
Gerichtsdokumenten zufolge reichen die Anschuldigungen der versuchten Vergewaltigung gegen Stronach bis ins Jahr 1977 zurück. Weitere Frauen werfen dem Milliardär Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe in den 1980er, 1990er- und frühen 2000er-Jahren vor. Einige Vorfälle ereigneten sich demnach in Toronto, weitere auch in der kanadischen Stadt Aurora, wo Stronachs ehemalige Firma Magna International ihren Hauptsitz hat.

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